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Geschichte der Juden.
welche dem Schwerte der Aethiopier entgangen waren, retteten sichsicherlich nach Nordarabien, so daß gewiß kein Jude in Himjara ge-blieben ist. Um so mehr erscheint die Erzählung als augenfälligeErfindung, daß ein Bischof, Gregentius von Tafar, vierzig Tagelang einen Religionsdisput mit einem gelehrten Juden gehalten undihn wie die übrigen Juden für das Christenthum gewonnen habeZ.
Ungefähr um dieselbe Zeit geriethen auch die Juden von Jathribin heftige Fehden mit ihren arabischen Mitbewohnern. Sie scheinenmit dem Untergange des jüdisch-himjaritischen Reiches in ursächlichemZusammenhänge zu stehen. Die jüdischen Stämme in Jathrib hattenwegen ihrer Beziehung zum himjaritischen Könige, dem Oberherrnder Landschaft, die Herrschaft über die heidnisch-arabischen Stämme.Ein jüdischer Häuptling, den einige Quellen Alghitjun, andereScherif Jbn-Kaab nennen, führte das Regiment. Die Araber ausden Stämmen Kaila (Aus und Chazrag) trugen aber mit Unwillendie Abhängigkeit von den Juden und nahmen die Gelegenheit wahr,wo die Letztern keine Unterstützung von Himjara aus zu erwartenhatten, sie abzuschütteln. Die Vorgänge sind jedoch nicht bekannt;es wird nur berichtet, daß ein chazragitischer Häuptling Malik, Sohnoder Enkel Aglans, auswärtige Hilfe herbeirief, um seine Stamm-genossen unabhängig zu machen. Ein Häuptling der Araber aus demStamme Ghassan, Harith Jbn Abu-Schammir, mit dem Bei-namen Alarag (der Hinkende), der mit den Stämmen Kaila bluts-verwandt war, wurde angegangen, mit seinen kriegerischen Scharennach Jathrib zu kommen. Dieser abenteuerlustige Araberfürst, der imDienste des byzantinischen Hofes stand, nahm die Einladung nur zuwillig an. Um den Argwohn der Juden nicht zu erregen, als gälteder Kriegszug ihnen, gab Jbn - Abu-Schammir vor, er beabsichtigeseinen Marsch nach Himjara zu nehmen. Er schlug bei Jathrib einLager auf und lud die jüdischen Häuptlinge zu sich ein. Viele vonihnen erschienen in der Erwartung, von dem freigebigen Fürsten mitGeschenken bedacht zu werden, wie es Sitte war. So wie sie aberdas Zelt des ghassanidischen Fürsten betraten, wurden sie einzelnniedergemacht. Darauf sprach Jbn-Abu-Schammir zu den Arabernvon Jathrib: „Ich habe euch von einem großen Theil eurer Feindebefreit; jetzt wird es euch leicht sein, die Uebrigen zu bewältigen,wenn ihr Kraft und Muth zeigt." Er zog ab. Die arabischenStämme wagten aber doch nicht, offen mit den Juden anzubindeu,sondern nahmen zur List Zuflucht. Malik, der chazragitische Häuptling,
fl Schon von Pagi als Fabel erkannt, zu Baronius anualss Jahr 523.Note X.