Ende des jüdisch-himjaritischen Reiches. 81
Arabien näher als ich." Er schrieb auch in der Thal an den äthio-pischen König Elesbaa (oder Atzbeha), Truppen nach Himjarazu senden.
So verschworen sich viele Feinde, einen König zu verderben, deres gewagt hat, sich seiner Glaubensgenossen mit Wärme und Eiferanzunehmen. Dhu-Nowas' mächtigster Feind war der Negus vonAethiopien, Elesbaa, ein Mann von Glaubenseifer durchdrungen, dermit Mißgunst die Krone auf dem Haupte eines Juden sah. Es be-durfte bei ihm nicht der Aufstachelung von allen Seiten, ihm war dasjüdische Reich längst ein Dorn im Auge. Elesbaa rüstete eine be-deutende Flotte aus, welche der byzantinische Kaiser oder vielmehrsein junger Mitregent Justinian durch Schiffe von Egypten aus ver-stärkte. Ein zahlreiches Heer setzte über die schmale Straße desrotheu Meeres.nach Jemen über, und die christliche Mannschaft schloßsich ihm rachevoll an. Dhu-Nowas traf zwar Vorkehrungen, dasäthiopische Heer am Landen zu hindern, indem er die Landungsplätzemit Ketten sperren ließ und seinerseits ein Heer sammelte. Alleindas himjaritische Heer stand im Mißverhältniß zu den zahlreichenäthiopischen Kriegsscharen. Die kleinen Könige von Jemen (die Kail),welche Dhu-Nowas aufgefordert hatte, das gemeinsame Vaterland vordem Eindringen fremder Heere zu vertheidigen, blieben gleichgültiggegen die herannahende Gefahr oder waren im Voraus von Elesbaagewonnen. So war der jüdisch-himjaritische König auf sein treuesHeer, das aus Reiterei bestand, und auf seinen Muth angewiesen.Das erste Zusammentreffen fiel ungünstig für Dhu-Nowas aus. DieStadt Zafara (Thafar) fiel in die Hände des Feindes und mit ihrdie Königin und die Schätze. Den himjaritischen Kriegern entsankder Muth. Juffuf Dhu-Nowas, der Alles verloren sah, starb einesKönigs würdig. Um nicht in die Hände des übermüthigen Feindeszu fallen, stürzte er sich mit seinem Rosse von einem Felsen ins Meer,das seine Leiche ins Weite trug (um 530 *). Die siegenden Aethiopierwütheten in Himjara mit Feuer und Schwert, plünderten, mordetenund führten die Wehrlosen als Gefangene hinweg. Am heftigstenwaren sie gegen die Juden in Himjara entflammt, und Tausende vonihnen fielen als Sühnopfer für die zweideutigen christlichen Märtyrervon Nagaran. Das war das Ende des jüdisch-himjaritischen Reiches,das über Nacht entstanden und über Nacht wieder verschwunden war.Etwa drei Jahrzehnte, seitdem Abu-Kariba das Judeuthum in Jemeneingeführt hatte', beherrschte es ein christlicher König. Die Juden,
fl Vergl Note 10 II.; Oaussrn äs Usrssvsl, liistoirs äss ^rabss das. 110 s.Graetz, Geschichte der Juden. V. 6