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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

und ihre Leichen in den Fluß geworfen worden sein. Die ganzeBegebenheit ist aber so sagenhaft gehalten, daß der geschichtliche Kernnicht zu ermitteln istZ. Sicher ist nur so viel, daß Dhu-Nowas denChristen im himjaritischen Reiche hohe Steuern aufgelegt hat, alsRepressalie für die Mißhandlungen, welche seine Glaubensgenossen inden christlichen Ländern erlitten.

Das Gerücht trug die Vorgänge in Nagaran von Zunge zuZunge, vergrößerte die Zahl der Opfer, stempelte die Bestrafung vonEmpörern zu einer Christenverfolgung von Seiten eines jüdischenKönigs und dichtete daraus ein thränenreiches Matyrologium, das,obwohl die Erfindung und die Uebertreibuug an demselben nochkenntlich ist, noch heutigen Tages buchstäblich geglaubt wird. Nahrungerhielt das falsche Gerücht von Dhu-Nowas' Grausamkeit gegen dieChristen durch einen Flüchtling Dus Jbn-ThalabLn, welcher durchArabien, Syrien und das byzantinische Reich wanderte und überalldie gehässigsten Schilderungen von dem jüdischen Könige und denLeiden der Christen in Himjara entwarf, um die Gemüther zu einemKreuzzug gegen den angeblichen Tyrannen und Christenverfolger zuerhitzen. Ein syrischer Bischof, Simeon, von Bet - Arscham, der geradeauf einer Reise nach Nordarabien begriffen war und den übertriebenenSchilderungen Glauben schenkte, that ebenfalls das Seinige, demjüdischen Könige Feinde zu erwecken. Simeon schickte ein geharnischtesSendschreiben an einen anderen Bischof in der Nachbarschaft vonArabien (524) und beschwor ihn darin, die Christen gegen den jüdischenKönig aufzuhetzen und namentlich den Negus (König) von Aethiopienzum Kriege gegen ihn zu entflammen. Er machte auch een Vorschlag,daß die Lehrer des Judenthums in Tiberias verhaftet und gezwungenwerden sollten, an Dhu-Nowas zu schreiben, er solle die Bedrückungder Christen um ihretwillen einstellen. Dus begab sich seinerseitszum byzantinischen Kaiser Justin I., schilderte ihm übertreibend Dhu-Nowas' Grausamkeiten gegen die Christen, zeigte ihm ein halb-verbranntes Evangelium, das er aus den Flammen gerettet habenwollte, und forderte von ihm im Namen der Religion Rache an demjüdischen Könige. Der Kaiser, ein schwacher blödsinniger Greis, dessenHeer in einen Krieg mit Persien verwickelt war, ging auf Dus' Plannicht ein. Er antwortete:Himjara ist zu weit entfernt von uns,und ich kann kein Heer in so weite Strecken durch Sandwüstenmarschiren lassen. Aber ich werde an den König von. Aethiopienschreiben; er bekennt sich zum Christenthume wie wir, und er ist

Z Bergt. Note 10. II.