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Geschichte der Juden.
legenbeit über die heidnischen Stämme, die sie zu Herren derselbenmachte. Während nur wenigen Arabern bis tief ins siebente Jahr-hundert die Schreibekunst geläufig war, verstanden sie die Juden imAllgemeinen, bedienten sich aber dazu der Quadratschrift, der sogenanntenassyrischen Schriftzeichen. Da die wenigen Araber, welche es dahingebracht, schreiben zu lernen, sich ebenfalls mehr der hebräischen Schrift-Charaktere bedienten, so scheinen sie die Schreibekunst erst von denJuden erlernt zu Habens. Die heilige Schrift lesen konnte wohl jederJude in Arabien. Darum nannten sie die Araber „das Volk derSchrift" (^.tll'ul Litub^).
Das Judenthum war den arabischen Juden in der Form, wiees überliefert wurde, mit dem Gepräge, das ihm die Tanaiten undAmoräer gegeben, hochheilig. Sie hielten streng Speisegesetze, Festtageund den Fasttag des Jom Kippur (bei ihnen Aschura genannt^-.Den Sabbat beobachteten sie so streng, daß sie trotz ihrer Kriegslustund der Gelegenheit, sie zu befriedigen, an demselben das Schwert inder Scheide ruhen ließen Z. Obwohl sie sich in diesem gastfreundlichenLande über Nichts zu beklagen hatten und es als ihr Vaterland be-trachten und lieben durften, so sehnten sie sich doch nach der Rückkehrins heilige Land ihrer Väter uüd erwarteten jeden Tag die Ankunftdes Messias, der sie mit den übrigen Zerstreuten des Volkes Israel ver-einen und das Davidische Reich wiederherstellen werde ^). Beim Ge-bete richteten sie daher, wie sämmtliche Juden auf dem Erdenrund,ihr Gesicht nach Jerusalem o). Mit den Juden in Palästina standensie in Verbindung; den Autoritäten in Liberias ordneten sie sich auchnach dem Untergange des Patriarchats willig unter und empfingen
>) Weil im Leben Mohammed's stellt unrichtig auf, daß das Assirja-nijjah, dessen sich die jüdischen Sekretäre Mohammed's bedient, und das imChamis mit Litsb ul-llallück identificirt wird, syrisch bedeute (S. 140und Note 209). Warum sollten sich die Juden der syrischen Schriftzüge bedienthaben? Das Assirjanijjah bedeutet aber nichts anders als das im Talmud er-wähnte Lits-b usollurit, welches die übliche Quadratschrist ist, im Gegensätzezu Ibiit, der alten oder samaritanischen Schrift. Die Araber lernten dasSchreiben erst wenige Jahrzehnte vor Mohammed. Vergl. äs 8s.oz- rus-ruoirs äs 1'^.os.äsro.is äss iussriptions 1. I-. 315 und llournal ssistigus1836 S. 533. 1838 S. 537 f. Os-ussiu äs Usrosvsl llisboirs äss ^.rs-bss I. 262.
2) Oester im Koran.
o) Tllllssrviui bei Uososlls sxsoirasu sä. Nitrids 301 und die altenTraditionen darüber zusammengestellt von Mahmud Effendi im llourrmlLsiatägus, Jahrg. 1858 S. 117 ff.
Vergl. Weil Mohammed S. 93, 164.
b) Koran an mehreren Stellen.
") Folgt aus Sura II. und tl'slsläsääin bei Ns.is.osio I. 61.