Juden in Arabien.
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betrieb mehr die Goldschmiedekunst und Geldwechselgeschäfte *). EinPlatz in Jathrib, wo die Kaiuukaa ihre Geschäfte hatten, hieß Marktder Kain ukaa (8suk alkninuüas ^s. — Die arabischen Juden hattenebenfalls eine patriarchalische Stammesverfassung, mehrere Familienwaren unter einem Namen vereinigt und wurden unter einem Häuptling(Sobaioli) geführt, der im Frieden die Händel schlichtete und Rechtsprach, im Kriege die waffenfähige Mannschaft anführte und Bündnissemit Nachbarstämmen abschloß. Gleich den Arabern übten die Judender Halbinsel Gastfreundschaft gegen Jedermann, der ihr Zelt betrat,und unverbrüchliche Treue gegen Bundesgenossen; aber sie theiltenauch die Fehler der Urbewohner, rächten den Tod eines ihrer Gliedermit unerbittlicher Strenge, legten sich in Hinterhalte, um Feinden auf-zulauern und ihnen den Garaus zu machen. Es kam auch vor, daßein jüdischer Stamm in Bundesgenossenschaft zu einem arabischen tratund dadurch feindselig gegen einen Bruderstamm verfuhr, der zu eineranderen Partei gehörte. Aber wenn Juden auch mit einander Fehdenhatten, so milderte doch bei ihnen die angestammte Tugend die Be-duinen-Grausamkeit, den Feind schonungslos zu behandeln. Sie löstendie Gefangenen eines Bruderstammes, mit dem sie eben Krieg geführt,aus der Hand der Bundesgenossen aus, um sie nicht in heidnischerGewalt als Sklaven zu lassen, weil, wie sie sagten: „die Auslösungder religionsgenössischen Gefangenen eine religiöse Pflicht ist" Wiedie Juden den Arabern an Tapferkeit nicht nachstanden, so rangen sieauch mit ihnen um die Palme der Dichtkunst. Denn zur Zierde einesedlen Arabers gehörte nebst Mannhaftigkeit und Muth auch die Poesie,welche auch von Häuptlingen gepflegt und von arabischen Königen,wie die von Hira und Jemen, reich belohnt wurde. Der Dichter warnebst dem Helden der gefeierteste Mann in Arabien, dem sich dieHerzen und Zelte weit öffneten. Die Juden Arabiens verstanden esebenfalls, die arabische Sprache wohllautend zu sprechen und die ge-bundene Rede durch den Gleichklang des Reimes zu zieren^).
Die Religionskenntniß, welche die arabischen Juden bei ihrerFlucht aus Judäa aus der Heimath mitbrachten, und die ihnen spätervon den Lehrhäusern noch zugeführt wurde, gab ihnen eine Ueber-
9 Ibn-Lllaläun bei Oaassin äs iksrcsvsl ebendas. III. 80.
2) Das.
°) Koran Sura II. Vers 85 und die Commentatoren dazu. Ich citire denKoran nach Maraccio's Text und nach dessen Versabtheilung.
^ Vergl. ein Fragment eines jüdischen Dichters aus dem Litab sI-^.Alls.iä,mitgetheilt von I?srron im lourna-I asiatigus 1838 Hovsrabrs x. 446 nochaus dem Jahrhundert vor Mohammed. Vergl. weiter.