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Geschichte der Juden.
erzeugte, und dessen Frauen ohne Schmerz gebaren" (wie die Ein-wohner es rühmten). Aber die Juden des glücklichen Arabien lebten,ungleich denen in Heg'as, ohne stammesgenössischen, gewissermaßenpolitischen Zusammenhang und wohnten unter den Arabern zerstreutDennoch erlangten sie mit der Zeit so viel Einfluß auf die arabischenStämme und Könige von Jemen (Himjara), daß sie die Ausbreitungdes Christentums in dieser Gegend zu verhindern vermochten. Diebyzantinisch-christlichen Kaiser hatten nämlich ihr Augenmerk aufdiese Stapelplätze für indische Erzeugnisse gerichtet. Ohne gerade anUnterjochung der tapfern Himjariten (Homeriteu) zu denken, wolltensie sich dieselben durch Bekehrung zum Christenthume befreunden. DasKreuz sollte die Handelsverbindung vermitteln. Der zweite christlicheKaiser Constantinus hatte schon Missionäre nach Himjara gesendet,aber sie vermochten die Bekehrung nicht durchzusetzen, da ihnen dieJuden entgegen arbeiteten Erst zu Ende des fünften oder im An-fänge des sechsten Jahrhunderts gelang es den christlichen Sendboten,einen arabischen Häuptling mit seinem Stamme, der seinen Hauptsitzin der Handelsstadt Nagarau hatte, für das Christenthum zu ge-winnen"). — Nur halb zu Arabien gehörte eine Insel Jotabe (jetztTijbLn) im rothen Meere (15 Meilen südlich von der Hauptstadt Aila),auf welcher seit undenklichen Zeiten ein kleiner jüdischer Freistaat be-stand, der seine Unabhängigkeit gegen Perser, Griechen und Römerbehauptete und erst unter Kaiser Justinian erobert wurde
Vermöge ihrer semitischen Abstammung hatten die Juden Arabiensviele Berührungspunkte mit den Eingeborenen des Landes. Ihre'Sprache hatte Verwandtschaft mit der arabischen, ihre Sitten, in soweit sie nicht die Religion erzeugt hatte, waren nicht verschiedenvon denen der Söhne Arabs. Die Juden arabisirten sich daher sovollständig, daß sie sich nur durch ihr religiöses Bekenntniß von denLandesbewohnern unterschieden. Eheverbindungen zwischen beiden be-förderten die Verähnlichung des Charakters beider Völkerschaften.Die südarabischen Juden verlegten sich gleich den Himjariten mehr aufden Welthandel zwischen Indien, dem byzantinischen Reiche und Persien,die nordarabischen Juden dagegen trieben ein Beduinenleben: Ackerbau,Viehzucht, Zwischenhandel in Karawanenzügen, Waffenhandel, auchwohl Räuberhandwerk. Nur der Stamm Kainukaa betrieb wenigAckerbau, besaß auch keinen günstigen Boden für Palmenpflanzung,wovon die Bewohner von Hegas ihre Hauptnahrung zogen, sondern
*) ikbilostoiAlus L. III. Ho. 4.
2 ) Vergl. Okussin äs I>srssval ebendas. I. 34.
2) i?rooopins äs bsllo psrsiso I. 19. Ritter Erdkunde XIV. 19.