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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Juden in Arabien.

mit anderer Lebensweise als die Nadhir und Kuraiza *), und wohl auchvon einer andern geschichtlichen Welle dahin verschlagen. Diese Stämmemit noch einigen andern, wenig bedeutenden und wenig genannten,den Benu-Akra, Benu-Ghaura, Benu-Zaid, Benu-Auf, Benu-Alaßis, hatten ihren Mittelpunkt in der Stadt Jathrib in der Land-schaft Hegas, die in einer fruchtbaren, mit Palmen und Reispflanzenbebauten, von kleinen Bächen bewässerten Gegend lag. Da die jüdischenStämme öfter von Beduinen belästigt wurden, so bauten sie in derStadt und Umgegend Kastelle auf hochgelegenen Plätzen, welche ihreUnabhängigkeit schützten. Wenn sie Anfangs die Alleinherrscher diesesLandstriches waren, so mußten sie später den Bodenbesitz und dieMacht mit arabischen Stämmen theilen, als (um 300) zwei Bruder-stcsmme sich in derselben Gegend niederließen, die Benu-Aus undChazrag (zusammen die Stämme Kaila genannt), zu welchen dieJuden bald in freundliche, bald in feindliche Verhältnisse traten.

Nördlich von Jathrib war die Landschaft Chaibar, durchgängigvon Juden bewohnt, die ein eigenes Gemeinwesen bildeten. DieJuden von Chaibar sollen von den Rechabiten abstammen ^), dieauf Geheiß ihres Urahns Jonadab b. Rechab ein nomadisirendes,nasiräisches Leben führten und nach der Zerstörung des ersten Tempelsbis in die an Palmen und Getreide reiche, Gegend von Chaibargewandert sein mögen. Die chaibarensischen Juden besaßen eine Reihevon Festungen oder Schlössern^), gleich den christlichen Ritterburgen:Bara, Fadak, Kulla, Naim,"Natum, Sab, Sulalim, Ubej,Watih. Die stärkste Festung war Kamus, auf einem schwerzugänglichenBerge erbaut. Diese Schlösser schützten sie vor räuberischen Einfällender kriegerischen Beduinen und setzten sie in den Stand, manchemVerfolgten Asyl zu geben. Wadil-Kora (das Thal der Dörfer)eine fruchtbare Thalebene, eine Tagereise von Chaibar entfernt, warebenfalls ganz von Juden bewohnt^). Ob dasselbe zu Chaibar gehörteoder ein selbständiges Gemeinwesen bildete, weiß mau nicht. InMekka dagegen, wo das Heiligthum der Araber stand, wohnten wohlnur wenig Juden.

Dagegen waren sie zahlreich in Südarabien (Jemen) vertreten,in dem Lande,dessen Staub Gold war, das die gesündesten Menschen

*) Es ist sicherlich ein Fehler, aus falscher Etymologie hervorgegangen,wenn der Verf. des Samhudi die Kuraiza mit den Karäern identificirt. RitterErdkunde XII. S. 63.

2> Rapoport in Lillars lia-Ittim (Zeitschrift) Jahrg. 1824. S. bist.

b) ^.dultsäa. ^älsr I. 6S. Vergl. Weil: Mohammed 186 f.

Vergl. Rttter Erdkunde XII. 62. 462.