Sisenand und Isidor von Sevilla.
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Folgerung des tagenden Unverstandes. Dieser Strenge gegenüber er-scheint die Behandlung der eigentlichen Inden noch ganz milde.
Aber die Geistlichkeit wollte auch diese dem Judenthume abwendigmachen. Isidor von Sevilla verfaßte zwei Bücher gegen die Juden *),worin er die Glaubenslehre des Christenthums aus dem alten Testa-mente belegte, natürlich in jener geschmacklosen, sinnlosen Art, mitVerhöhnung des Textsinnes und der Geschichte, wie es seit der kirchen-väterlichen Polemik gegen das Judenthum üblich war. Die spanischenJuden sahen sich dadurch herausgefordert, um einander in dem an-gestammten Glauben zu stärken, den Streit aufzunehmen und dieScheinbeweise zu widerlegen. Die Gebildeten unter ihnen setzten denStreitschriften Streitschriften entgegen, wahrscheinlich in lateinischerSprache fl. Ihre überlegene Kenntniß der biblischen Urkunden machteihnen den Sieg leicht. Auf die Hauptentgegnung, daß das Scepteraus Juda gewichen ist, die Christen also, welche Könige haben, daswahre Israel bildeten, wiesen die Juden auf ein jüdisches Königreichim äußersten Osten hin, das von einem Nachkommen David's regiertwerde fl. Sie meinten wahrscheinlich das jüdisch-himjaritische Reichin Südarabien, das aber von einem zum Judenthume bekehrtenKönigshause regiert wnN>e.
Die Beschlüsse des vierten toletanischen Concils und Sisenand'sVerfolgung gegen die jüdischen Zwangstäuflinge scheinen nicht in derbeabsichtigten Strenge ausgeführt worden zu sein. Der spanisch-westgothische Adel nahm die Juden immer wieder unter sein Patronat,und dagegen war die königliche Gewalt ohnmächtig. Da bestieg denwestgothischen Thron ein König, der Sisebut ähnlich war, Chintilafl.Dieser berief seinerseits eine allgemeine Kirchenversammlung nach derHauptstadt Toletum zusammen und ließ von derselben nicht nursämmtliche judenfeindliche Paragraphen der früheren Gesetzgebungbestätigen, sondern verfügte auch, daß Niemand in dem westgothischenReiche bleiben dürfe, der nicht das katholische Glaubensbekenntnißannehme. Die tagende Geistlichkeit nahm diese Vorschläge freudigan und jubelte, daß „durch die Frömmigkeit des Königs endlich derunbeugsame Unglaube der Juden gebrochen werden würde". Sie
fl Isiäori Uispalsnsis contra, llnäasos libri ckno.
2 ) Vergl. Dissertation S. 35.
o, Die Stelle ist interessant: llnäasi rnsntisntss nsscio gnsrn rsZsinsx Agnsrs llnckac in sxtrsinia Orientis partibas rsZnnin tsnsrs. ilsickoricontra, llackasos 0. I. H 8).
fl Ulaciturn llackasorurn unter Chintila im Jahre 637 vergl. Rsvns ässUt j. ll. 137 f.