64 Geschichte der Juden.
fügte noch das kanonische Gesetz hinzu, daß künftighin jeder Königvor seiner Thronbesteigung einen feierlichen Eid ablegen müsse, daßer die Verletzung des katholischen Glaubens von Seiten der getauftenJuden nicht zugeben und ihren Unglauben nicht begünstigen, sonderndie kanonischen Beschlüsse gegen sie streng ausführen werde (638).Die Juden mußten zum zweiten Male zum Wanderstabe greifen, unddie getauften, aber im Herzen dem Judenthume anhangenden Judenmußten ein Bekenntniß (Ulneituw) unterschreiben, daß sie den katho-lischen Glauben ohne Vorbehalt halten und beobachten werden Z.Aber dieses Bekenntniß der in tiefster Seele Gekränkten war nichtaufrichtig und konnte es nicht sein. Sie hofften stets auf bessereZeiten, wo sie die Maske würden abwerfen können, was bei derWahlverfassung des westgothischen Reiches sehr nahe lag. DieserZustand dauerte auch nur während Chintila's Regierung vierJahre (638 — 642).
*) Folgt aus dem Eingang des xlaoilnm Inäasornw. für Recesnnnthlsx VisigoUiorum 6. XII. R. 9. Z 16.