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Geschichte der Juden.
Gottessohn dem Vater gleich oder ähnlich und ob der Bischof Armsals rechtgläubig oder als Ketzer zu betrachten sei, ziemlich gleichgiltigwar, so haßten die «manischen Westgothen doch die katholischen Ur-bewohner gründlich, weil sie in jedem Katholiken einen Römer undfolglich einen Feind erblickten. Die Juden dagegen blieben unter denarianischen Königen unangefochten, sie genossen bürgerliche und politischeGleichheit und wurden zu öffentlichen Aemteru zugelassen. Ihre Ge-wandtheit und Kenntnisse, die sie vor den ungebildeten Westgothenvoraus hatten, machten sie zu Aemtern besonders befähigt. Ohne daßgerade die arianischen Könige eine besondere Vorliebe für Juden undJudenthum zu haben brauchten, mochten sie sie deswegen begünstigen,weil sie keine Katholiken waren und nicht wie diese auf Propa-ganda ausgingen. Die günstige Lage der Juden in Spanien dauerteüber ein Jahrhundert, in der Zeit als dieses Land zuerst eine Provinzdes toletanisch-westgothischen Reiches und auch später, als es unterTheudes (531) Mittelpunkt desselben geworden war. Die Juden,welche in der narbonnensischen Provinz und in dem zum westgothischenReiche gehörenden afrikanischen Gebiet wohnten, erfreuten sich derselbenbürgerlich-politischen Gleichheit. Einige unter ihnen leisteten den west-gothischen Königen wesentliche Dienste. Diejenigen Juden, welche amFuße der Pyrenäen wohnten, vertheidigten nämlich die Pässe, welchevon Gallien ins Land führten, gegen die Einfälle der Franken undBurgunder, welche ein lüsternes Auge auf Spanien hatten. Sie galtenals die treuesten Grenzwächter, und ihr kriegerischer Muth erwarbihnen besondere Auszeichnung Z. Mit Judäa oder Babylonien müssendie westgothischen Juden in Verbindung gestanden haben, entwederüber Italien oder über Afrika, von wo aus sie wohl ihre Religions-lehrer hielten. Denn sie waren den talmudischcn Vorschriften voll-ständig zugethan, enthielten sich des Weines von Nichtjuden und nahmenihre heidnischen und christlichen Sklaven in den jüdischen Bund auf,wie der Talmud es anordnet ^). Während ihre Stammgenossen jenseitsder Pyrenäen vielfach beengt und gewaltsam zum Christenthum geführtoder zur Auswanderung gezwungen wurden, genossen sie vollkommeneReligionsfreiheit und noch dazu das Privilegium, das ihnen in allenübrigen Ländern Europas streitig gemacht wurde, ihre Sklaven inihre Religion einzuweihen.
Aber von dem Augenblicke an, als die katholische Kirche herrschendin Spanien und der Arianismus verfolgt wurde, trat für die Juden
Oonoiliniu Rolstanurn XVII, bei ä'^Aulrrs das. II. x. Iö3. Xo. 6.
") Dies folgt aus den häufigen Concilienbeschlüssen der toletanischenSynoden.