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Geschichte der Juden
Ländern interessiren hier die ersten Anfänge der jüdischen Colonie, wiesie sich zur Gemeinde ausgebildet, und wie sie sich hier gewissermaßenzu einem concentrirten Gemeinwesen im geistigen Sinne gesammelthaben.
Die erste Ansiedlung der Inden im schönen Hesperien verliertsich in nebelhaftes Dunkel Z. Sicherlich waren sie noch während derrömischen Republik als Freie, welche die ergiebigen Quellen diesesLandes ausbeuten wollten, dahin gekommen. Der Apostel Paulushatte eine Sehnsucht Spanien zu besuchen, um seine Botschaft für dasden Völkern verkündete Heil an den Stock der jüdischen Gemeindenanznknüpfen. Die gehetzten Opfer der unglücklichen Aufstände unterVespasian, Titus und Hadrian wurden auch nach dem äußersten Westenzersprengt. Achtzig Tausend derselben sollen, wie übertreibend erzähltwird, nach Spanien als Gefangene geschleppt worden sein. Lange sinddiese wohl nicht im Sklavengewande geblieben; das Mitgefühl ihrerfreien Brüder hat sich gewiß beeilt, die Pflicht der Auslösung, diewichtigste unter denen, welche das talmudische Judenthum seinen Be-kenner» vorschreibt, an ihnen zu erfüllen. Wie massenhaft die Judenin manchen Theilen Spaniens angesiedelt waren, beweisen die Namen,die sie ihnen aufgedrückt haben. Die Stadt Granada hieß in frühererZeit die Judenstadt 2), weil sie nur von jüdischen Bewohnern bevölkertwar; denselben Namen führte auch das uralte von Phöniziern erbauteTarracona (DarrnAoim), noch ehe die Araber es erobert hatten^).In Cordova gab es aus alter Zeit ein Judenthor und bei Saragossaeine Festung, welche in arabischer Zeit U»ta nl Talmä hieß^).
Ihre Ansiedelung in Nordspanien bis Tortosa bezeugt ein auf-gefundenes Grabdenkmal, welches in drei Sprachen, hebräisch, griechischund lateinisch, die Erinnerung an eine jung verstorbene Jüdin ver-ewigt, deren Landesname Belliosa und heimischer Name Miriamgelautet hat. Dieses Denkmal beweist, daß die spanischen Juden ausgriechisch redenden Ländern stammten, daß sie dann unter römischerHerrschaft das Lateinische erlernt und daß sie die heilige Sprache derUrheimat nicht vernachlässigt hatten. Der spanische Ahnenstolz, der
*) S. Note 9.
2) ^.rram, arabischer Schriftsteller des zehnten Jahrhunderts bei Oa^s-ngosllistorz? st tlrs rnollainstan ä^nastiss in 8pain I 347; vergl. Nsrnoriasäs Is. rssl 7l.oa,äsnüa äs ls. lnstoria. lll. VII. p 241.
Lergl. 2sänsr in Lsnzarnin ot' Tnäsla sä. ^.sllsr II. Note ö.
^1 Xlallllari bei 6ia;/s.nM8 das. I. 207.
2) Oester bei spanisch-maurischen Schriftstellern erwähnt.
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