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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Juden in Frankreich.

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Nach Chilperich's gewaltsamen Tod kamen die fränkischen Judenvom Regen in die Traufe; denn Protektor des Reichs wurde jenerKönig Guntram, der bnrgundischen Fanatismus mitbrachte. Als dieserauf seinem Zuge nach Paris in Orleans anhielt, stimmten auch dieJuden dieser Stadt in den Jubelrausch der Empfangs-Feierlichkeitenmit ein; sie dachten ihn durch Schmeicheleien zu.gewinnen, daß erihre von der Menge zerstörte Synagoge auf Staatskosten wiederaufbaueu lassen werde. Aber ihre Zuvorkommenheit brachte den ent-gegengesetzten Eindruck auf ihn hervor. Er äußerte sich hart überdie Juden, sprach ein Weh über sie aus und nannte sieschlecht,treulos und arglistig". Der Bischof von Tours lobte ihn dafür überdie Maßen Z. König Guntram bestätigte sämmtliche Beschlüsse desConcils von MaZon. Die Juden waren dadurch in eine niedrigeStellung gebracht und durften an dem öffentlichen Leben nicht Theilnehmen 2). Unter seiner Regierung kamen, wie sich denken läßt,Judenverfolgungen vor. Darin zeichneten sich die Bischöfe Virgiliusvon Arles und Theodor von Marseille ans, welche mit Gewalt dieJuden zur Taufe zwangen. Der Papst Gregor mußte ihnen diesenfalschen Eifer streng verweisen. Die verwittwete, vielfach geschmähteKönigin Brunhilde scheint dagegen milde gegen die Juden gewesenzu sein. Sie gestattete ihnen sogar den Besitz christlicher Sklaven,wurde aber dafür von demselben Papste scharf getadelt.

Die letzten Merovingischen Könige verfielen immer tiefer inübereifrige Kirchlichkeit und in den dadurch bedingten Judenhaß.Chlotar II., Muttermörder und doch als Muster kirchlicher Frömmigkeitgerühmt, dem die Gesammtmonarchie des fränkischen Reiches zugefallenwar (613), sauctionirte die Beschlüsse des Pariser Concils, daß die Judenweder zu einer obrigkeitlichen Gewalt, noch zum Kriegsdienst zugelassenwerden dürften (615). Die Uebertreter dieses Ediktes sollten mit strengsterStrafe belegt werden ^). Sein Sohn Dagobert wird in der jüdischenGeschichte den judenfeindlichsten Königen zugezählt. Viele Tausendevor dem Fanatismus des westgothischen Königs Sisebut nach demFrankeureiche entflohener Juden erregten die Eifersucht dieses schwelge-rischen Königs. Er schämte sich, den Westgothen zurückzustehen undvon ihrem Religionseifer übertroffen zu sein. Er erließ daher einen Befehl,daß sämmtliche Juden Frankreichs bis zu einem bestimmten Tage sichentweder zum Christenthume bekennen oder als Feinde behandelt

') Gregor das.'VIII. 1.

2) l?srt 2 lilonrimsiws. Osrras.räs.s lsZss 1. 4.

^) Oonoil. l?s.risisr>ss e. 15, Aismsi D. X. 542 ff. I?srt 2 iilonrwiöniaIsZss I. 15.

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