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Geschichte der Juden.
Obgleich Priscus nicht durch Ueberzeugung für das Christenthumgewonnen werden konnte, so hörte der König Chilperich dennoch nichtauf, ihn mit seinem Bekehrungseifer zu quälen. Als er ihn aberimmer noch standhaft fand, ließ er ihn, um seinen Unglauben zubeugen, zu Paris in einen Kerker werfen. Durch reiche Geschenkebrachte es indeß Priscus dahin, daß er auf freien Fuß gesetzt undihm vor der Hand eine Frist gestattet wurde, bis er die Hochzeitseines Sohnes mit einer Jüdin aus Marseille gefeiert haben werde.Er dachte gewiß nicht daran, sich zu bekehren, sondern nur daran,Zeit zu gewinnen, um ein sicheres Asyl aufzusucheu. Aber seineStunde hatte geschlagen. Ein getaufter Jude, Namens Phatir(oder Pater), den der König aus der Taufe gehoben hatte, und dergegen Priscus von dem Hasse eines Apostaten gegen Treugebliebeneerfüllt war, lauerte ihm mit seinen Sklaven an einem Sabbat auf,als Priscus unbewaffnet erschien. Phatir und seine Sklaven fielenplötzlich ihn und die Freunde seiner Begleitung an und tödteten siemit ihren Schwertern (582). Da der Mörder trotz seines scheinbarenEifers für den Glauben den Zorn des Königs fürchtete, flüchtete ermit seinen Sklaven in die nahe gelegene Kirche des heiligen Julian.Chilperich war in der That über diesen Mordanfall aufgebracht undbefahl, die Mörder zu bestrafen. Darauf entfloh Phatir, wurde späterbegnadigt, aber von Priscus' Verwandten im Gebiete des KönigsGuntram — wohin er sich zurückgezogen hatte — erschlagen.
Seine Sklaven wurden schon vorher bei der Nachricht, daß sieals Mörder gerichtet werden sollten, ans ihr Verlangen von einemaus ihrer Mitte noch in der Kirche getödtet. Und als der Ueber-lebende mit gezücktem Schwerte aus der Kirche stürzte und sich Bahnbrechen wollte, fiel das vor der Kirche versammelte Volk über ihnher und stieß ihn nieder Z, wahrscheinlich aus Theilnahme für dengemordeten Priscus.
Spuren von Interpolation Niemandem zweifelhaft sein. Aber nicht minderinterpolirt ist der Vers in dem Apokryphon Baruch 3, 28: xosb lloo visnssst in bsrris st onin lloininibus oonvsrsabns ssb zscil. Osns) — auf densich Gregor von Tours ebenfalls beruft — ein Einschiebsel, wie der Zusammen-hang beweist.
ff Gregor das. VI. 17. Der Schluß dieses Capitels hat manche Dunkel-heit, indem der Text sehr verderbt ist, so daß der Herausgeber Ruinant dazuanmerkt (S. 294), daß Priscus nicht sogleich das Leben ausgehaucht, sondernnach dem Mordanfall entkommen sei. Der deutsche Uebersetzer des Gregor,Giesebrecht (in dem Sammelwerks der Geschichtsschreiber der deutschen VorzeitC. 4. S. 329) schlägt einige plausible Emendationen vor, welche zwar viele,aber nicht sämmtliche Schwierigkeiten heben.