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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

Und der Menschensohn zog nach den Bahnen des Heils:

Da zerstöret das Volk, vom Glauben entflammt, der JudenSynagoge und wüst siehst du den Ort, wo sie stand!

So zur Zeit, wo Christi Macht in den Himmel emporstieg,

Stürzt, da Er sich erhebt, tief das verhaßte Geschlecht.

Aber zu Mosis abtrünnigem Volk spricht also der PriesterSanft, es hatte der Zorn heftig gereizt ihr Gemüth:

Sieh', was thust du, du Judenvolk, unbelehret, ob alt auch?

Daß du dein Leben erneu'st, lerne zu glauben als Greis!

Doch die Rede wird lang, und kurz ist die Zeit; nun so höre:

Folge dem bittenden Wort, sonst so ziehe hinweg,

Hier zwingt keine Gewalt! So pfleget denn Rath nach Belieben,

Folgt mir, dem Hirten, und bleibt folgt der Verstocktheit und flieht!"

So sprach milde und fromm des Priesters Mund zu den Leuten,

Daß nach eigener Wahl jeglicher ziehe den Pfad.

Doch blind, wüthend, empört, tobt wild die Judengemeinde,

Sammelt sich, birgt sich sodann drinnen im sichern Haus.

Christi Gläubige sehen die Bastardrotten sich schaaren,

Hurtig sind sie am Platz, ahnend die tückische List.

Macht Euch zittern das Schwert? Nehmt, wie Euch Recht ist, und sterbet,Wo Ihr leben gekonnt, hättet Ihr Glauben gehabt!

Siehe, da wird dem Priester gebracht die eilige Botschaft:

Nimm die jüdische Schaar, Hirt, in die Heerde denn aus!

Laß uns nicht sterben, erwirb dem Gotte uns lebend: denn Tod bringtJeder Verzug, und es sinkt hin, was du eben gewannst!

Eile, beflügle den Fuß, denn kommst du zu spät, dann beweine,

Vater, den kläglichen Tod, der dir die Söhne geraubt" *).

So machten sich die Wirkungen des hoch auflodernden Fana-tismus in vielen Theilen Frankreichs bemerkbar. Das Concil vonMayon (581) faßte mehrere Beschlüsse, welche darauf hinausgingen,den Juden eine niedrige Stellung in der Gesellschaft anzuweisen.Sie sollten weder als Richter fungiren, noch als Steuerpächter zu-' gelassen werden,damit die christliche Bevölkerung ihnen nicht unter-geben scheine." Die Juden sollten ferner den christlichen Priesterntiefe Verehrung zollen und in ihrer Gegenwart nur auf ausdrücklicheErlaubniß sitzen dürfen. Die Uebertretenden sollten streng bestraft werden.Das Edikt, daß die Juden zur Osterzeit sich nicht öffentlich blickenlassen dürfen, schärfte dieses Concil neuerdings ein, und verbot denjüdischen Sklavenbesitzern, ihre Sklaven ins Judenthnm aufzunehmen ^).Selbst der König Chilperich obwohl er den katholischen Geistlichennicht sehr hold war, Anstoß nahm an den von ihnen gepredigtengrobsiunlichen Vorstellungen von der Gottheit und der Wunderkraft

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6oue. Natisvousnss o. 1214, Ns-nsi IX. 341.