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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

zur alten burgundischen Gesetzgebung einen Paragraphen hinzufügte:daß die Verletzung eines Christen von der Hand eines Juden schwererbestraft werden sollte, als von Seiten eines Glaubensgenossen. DieStrafe sollte bestehen in Verlust der Hand oder 85 Schillingen Löse-geld choliäi, ungefähr 44/» Pfd. Silber), während ein Christ nur einegeringe Summe für die Verletzung zu erlegen hatte ^). Er bestätigteden Beschluß des Coucils von Epaone unter dem Präsidium des ver-folgungssüchligen Bischofs Avitus, daß auch christliche Laien keinenTheil an jüdischen Gastmählern nehmen dürften (517 ^j. Die fränkischenKönige dagegen, die Nachkommen Chlodwig's, welche ein Concil nachOrleans zusammenberiefen (533), verboten Anfangs nur Ehen zwischenJuden und Christen ^).

Von Burgundien aus verbreitete sich aber allmälig ein feindseligerGeist gegen die Juden auch über die fränkischen Länder. Dasdritte und vierte Concil zu Orleans (538 und 545), die nur wenigeJahre später tagten, verfügten schon harte Bestimmungen gegen die-selben. Sie verboten nicht nur den Christen, an jüdischen GastmählernTheil zu nehmen, und den Juden, Proselyten aufzunehmen, sondernuntersagten den Letzteren auch, sich während der Osterfeier auf Straßenund Plätzen sehen zu lassen,weil ihr Erscheinen eine Art Beleidigunggegen das Christenthum sei." Childebert I. von Paris nahm denletzten Punkt in seine Constitution auf (554) und erhob hiermit die klerikaleUnduldsamkeit zum Staatsgesetz ^). Zwar war die feindselige Gesinnungnoch nicht maßgebend für Childebert's Mitkönige. Die Getheiltheit desfränkischen Reiches unter mehrere Herrscher, die, obwohl Blutsverwandte,doch einander blutig haßten, beschränkte solche intolerante Kundgebungenauf einzelne Gebiete. Selbst hochgestellte Kirchenfürsten verkehrtennoch immer mit Juden auf freundlichem Fuße, ohne darin eine Gefährdungder Kirche zu sehen ^). Aber der Fanatismus ist seiner Natur nach an-steckend; hat er erst in irgend einem Lande festen Boden gewonnen,so bemächtigt er sich der Gemüther und besiegt alle Bedenklichkeiten.Im fränkischen Reiche ging der Judenhaß von einem Manne aus, derals Verkörperung desselben gelten kann, von dem Bischof Avitus vonÄrverna, der seinen Sitz in Clermont hatte. Er war für die fränkischenJuden das, was Cyrill für die Juden Alexandriens gewesen war.

i) Usx LurAanäioouna aclätbaursuts, XV.

-) Ooiroll. Dpaouvuss o. 15; bei llluusl N. VIII. p. 56l.

b) Oouc:. II. o 19. Nausi das. 838 und 861.

H Oorm. wirrst. III. o. 13. und IV. o. 31. Nausi 15. und 117. iksrbLraounoasura Ksroaairias lsZss I, 1.

°) Gregor von Tours llisboris. svolss. 4, 12, 35. Vits, xatruoa x>. 1176säit. Huiuaub.