Die Juden in Frankreich.
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von Agdes (506) diesen Beschluß erneuern*), aber mit nicht besseremErfolge, und das kanonische Verbot mußte noch öfter wiederholt werden.Die Juden Galliens lebten also trotz ihrer Entfernung vom Mittel-punkte des Judenthums, Judäa und Babylonien, streng nach den Vor-schriften ihrer Religion. Sie hatten da, wo sie ansässig waren, ihreSynagogen und ihre gemeindlichen Einrichtungen ganz nach talmndischerSatzung 2).
Das freundliche Verhältniß zwischen den Juden und der Be-völkerung Galliens erlitt keine Trübung, auch als die katholische Kirchedurch den Uebertritt Chlodwig's zu ihr herrschend geworden war.Chlodwig war ein Menschenschlächter, aber kein Fanatiker. Als erdas Heidenthum mit dem Christenthum vertauschte, war die Geistlich-keit ihm zum Dank verpflichtet, und er brauchte ihr keinen Einflußund kein Uebergewicht eiuzuräumen. Indem er seinen Nachfolgernein erbliches Königthum hinterließ, waren sie nicht gleich den west-gothischen Wahlkönigen in peinliche Lagen und Verlegenheiten gesetztund brauchten nicht der Kirche Zugeständnisse zu machen oder Opferzu bringen. Daher blieben heidnische Sitten unter den Franken nochlange Zeit in Schwang, und die Juden durften unangefochten ihrerReligion leben. Die Geistlichen, obwohl stets begierig, die Juden inden Schoß der Kirche zu bringen, mußten sich mit frommen Wünschenund Ueberredungskünsten begnügen. Der fromme Bischof SidoniusApollinaris empfahl einen Juden dem Papste Eleutherus aufs Wärmste,bat dessen Interessen zu fördern und entschuldigte sich, daß ihn nichtder Unglaube der Juden dazu bewog, sondern die Rücksicht, daß mandie Juden, so lange sie noch Hoffnung auf Bekehrung gewähren, nichtverdammen dürfe ^). Freilich gaben sich manche fanatische Geistlichealle Mühe, die Juden durch allerlei Mittel, selbst durch Mißhandlung,zu bekehren, setzten harte Beschlüsse auf den Concilien durch; allein dieVerfolgungen blieben vereinzelt, selbst wenn einer oder der andere derenergischen Könige sie billigte oder die Hand dazu bot. Burgundienaber war stets judenfeindlicher gesinnt als das eigentliche Frankreich,seitdem dessen König Sigismund mit der Annahme des katholischenGlaubens (516) die Unterdrückung der Arianer und Juden zur Staats-maxime machen zu müssen glaubte. Dieser König zog zuerst eineScheidewand zwischen Juden und Christen, indem er in den Zusätzen
st Oonoilinin ^.Aatlisass bei Nansi. Das. VIII. p. 170.
st Folgt unter Anderen aus Gregor von Tours lustoria, VranaornrnVI. 17: Urisons äls Zabbabi nnllnna in rnanns Isrsns t'srra-rnsnbnrn, IsZss inosaiaas gnasi irnplsbnrns.
st Liäonii sxisbolas 6, ll; vergl. 4, ö.