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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden,

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Doch nicht lange blieb dieses Verhältniß. Justinian's Nachfolgermußten einen großen Theil Italiens auf immer den riesenstarken,ungeschlachten Langobarden überlassen (589), die, halb heidnisch undhalb arianisch, sich wenig um die Juden kümmerten. Wenigstens istin der longobardischen Gesetzsammlung keine Ausnahme für Judenanzutreffen. Aber auch als die Langobarden sich zum Katholicismusbekehrten, ging es den Inden Italiens leidlich, denn das Oberhauptder katholischen Kirche, die Päpste, waren frei von harter Unduldsam-keit. Gregor I., der Große und Heilige genannt, der den Grundsteinzur Herrschaft des Katholicismus gelegt, sprach den Grundsatz aus: daßdie Juden nur durch Ueberredung und Sanftmuth, nicht durch Gewalt zurBekehrung gebracht werden sollten (590604). Gewissenhaft wahrteer das den Juden als Römern von den römischen Kaisern anerkannteBürgerrecht, damit es ihnen nicht verkümmert werden sollte. In demGebiete, das dem Petristuhle unterworfen war, in Rom, Unteritalien,Sicilien und Sardinien, hielt er mit Strenge darauf gegenüber denfanatischen Bischöfen, welche die Bedrückung der Juden für ein frommesWerk hielten. Seine Hirtenbriefe sind voll von ernsten Ermahnungen:Wir verbieten, die Juden zu belästigen und zu beschränken gegen dieeingeführte Ordnung, wir gestatten ihnen ferner als Römer zu lebenund über ihr Eigenthum ohne Benachtheiligung zu schalten; nur seiihnen nicht gestattet, christliche Sklaven zu halten" *). Als einigeGlaubenseiferer in Neapel die jüdischen Feiertage stören wollten, schrieber an den Bischof Paschasius, solches streng zu verbieten, da denJuden seit undenklichen Zeiten Religionsfreiheit zugestanden ist^).

Der Bischof Victor von Palermo nahm einst mehrere Synagogenund die dazu gehörigen Armenhäuser und Schulen in Beschlag, ließ siein Kirchen verwandeln und eignete sich die Bücher und Ornamentean. Da die Juden sich wegen dieser Gewaltthätigkeit an den Papstgewendet hatten, ließ er die Sache genau untersuchen, und da dasRecht auf Seiten der Juden war, so rügte er die Unthat des Bischofseindringlich. Da aber die Synagogen bereits als Kirchen geweihtwaren und nicht mehr zurückerstattet werden durften, so verurtheilteer Victor von Palermo, den Werth derselben laut Schätzung der Ge-bäude und der dazu gehörigen Gärten an die jüdische Gemeinde zuzahlen

Mit vieler Entrüstung schrieb er an den Bischof Januarius vonCagliari auf Sardinien, daß er vernommen habe, wie ein zum

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