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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Die Juden von Neapel.

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sich mit starken Schritten dem schönen Neapel, der größten StadtUnteritaliens. Auf seine Aufforderung an die Einwohner, sich zu er-geben, spalteten sich die Neapolitaner in zwei Parteien, wie dies inKriegen häufig vorkommt, wenn die Bewohner einer Stadt weder zurregierenden Dynastie, noch zum fremden Eroberer ein Herz haben.Auch die Kriegspartei war nicht gewillt, sich für die in Italien ver-haßten Ostgothen zu opfern. Nur die Juden und zwei durch die ost-gothischen Könige zu Ansehen gelangte Rechtsanwälte, Pastor undAsklepiadorus, waren entschieden dagegen, die Stadt dem byzan-tinischen Helden zu überliefern. Die Juden, patriotisch und begütert,erboten sich, ihr Leben der Vertheidigung der Stadt zu weihen, undihr Vermögen dafür zu verwenden. Sie versprachen Neapel währendder Belagerung mit allen Bedürfnissen zu versehen, um der Furchtvor Mangel an Lebensmitteln zu begegnen. Ihr Beispiel und dieThätigkeit Pastor's und seines College» ermuthigten die Bewohner derStadt zu energischer Gegenwehr und machten Belisar so erschöpft,daß er bereits im Begriffe stand, die Belagerung aufzuheben. DieJuden ganz allein verteidigten die Meeresseite der Stadt und kämpftenmit so viel Tapferkeit, daß der Feind nicht wagte, nach dieser Seitedie Angriffe zu richten. Ein zeitgenössischer Geschichtsschreiber hat demHeldenmnth der Juden von Neapel ein ehrenvolles Denkmal gesetzt^).

Als die Feinde bereits in einer Nacht durch List in die Stadtgedrungen und beinahe Herren derselben geworden waren (536), setztendie Juden noch immer den Kampf mit Löwenmut fort, da sie über-zeugt waren, daß sie am allerwenigsten Gnade vor den Augen desSiegers finden würden. Erst mit Tagesanbruch, als die Feinde siedurch Ueberzahl erdrückt und viele von ihnen bereits getödtet hatten,verließen sie ihren Posten. Den überlebenden jüdischen Kämpfernerging es sicherlich nicht besser, als ihren Verbündeten Asklepiadorus undPastor, welche der Volkswuth zum Opfer fielen. Der erste wurdeermordet und zerfleischt, der letztere, den ein plötzlicher Tod solchenQualen entzogen hatte, an seiner Leiche geschändet. Namen undZahl der jüdischen Helden hat der Griffel der Geschichte nicht aus-gezeichnet. Was die italienischen Juden mit Schaudern ahnten, trafein; sie kamen unter die Botmäßigkeit des Kaisers Justinian, dessenjudenfeindliche Gesinnung ihm einen Platz neben Hadrian, Domitian,Constautin und Peroz anweist. Das weltgebietende Italien sank zueiner Provinz des byzantinischen Reiches (Exarchatj herab, und dieJuden Italiens zitterten vor dem Exarchen von Ravenna.

fl Das. a. 8. S. 44, e. 16. S 53.