Papst Gregor I. und die Juden.
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Christenthum übergetretener Jude, mit Namen Petrus, am Tage nachseiner Taufe die Synagoge besetzt und ein Kreuz, ein Christus- undMarienbild darin aufgestellt hätte. Er befahl ihm, die Gegenständedes Aergernisses für die Inden ans der Synagoge entfernen zu lassen^).Gregor war unermüdlich darin, das den Juden zugefügte Unrecht ab-zuwenden und sie vor Uebergriffen zu schützen. — Die Juden vonTerracina (in Campanien) hatten eine neue Synagoge erbaut, einRecht, das ihnen früher ausnahmsweise eingeränmt und von Gregorbestätigt worden war. Der Bischof Petrus hatte den Bau zerstört undden Platz mit Beschlag belegt unter dem Vorwände, daß er der Kirchezu nahe liege upd der Gottesdienst dadurch gestört werden könnte.Auf die Klage der Juden ließ der gerechte Papst die Sache untersuchenund verfügte, im Falle die Kirche der Nachbarschaft der SynagogeStörungen erleiden sollte, den Juden einen andern Platz einzuräumen.Petrus wies ihnen darauf laut Befehl einen Platz an, ließ sie aberspäter auch von dort vertreiben. Sobald Gregor durch einen Judender Stadt Nachricht davon erhielt, bedeutete er dem Bischof Petrus,seine Gewaltthätigkeiten gegen die Juden einzustellen und ihnen deneinmal eingeräumten Platz zu überlassen^). Diese Gesinnung machteder Papst geltend, so weit sein Einfluß reichte. Er hörte einst vonrömischen Juden, welche geschäftshalber nach Massilia (Marseille) gereistwaren, daß die dortigen Juden von dem Bischof Theodor und vonVirgilius, Bischof von Arles, mit Gewalt zum Christenthume gezogenwurden, und er ließ, es sich angelegen sein, seine Unzufriedenheit mitder gewaltsamen Bekehrung zu erkennen zu geben ^).
So sehr aber Gregor die Zwangstaufe der Juden verabscheute,eben so sehr gab er sich Mühe, dieselben auf anderem Wege in den Schoßder Kirche zu locken. Er scheute es nicht einmal, auf den Eigennutzzu speculiren und erließ denjenigen jüdischen Ackerspächtern und Bauerneinen Theil ihrer Grundsteuer, welche zum Christenthume übergingen.Er verhehlte sich zwar nicht, daß die auf diesem Wege gewonnenenTäuflinge nur zum Schein das Christenthum aunahmeu; aber errechnete auf deren Nachkommen: „Wir gewinnen, wenn auch nicht sieselbst, doch gewiß ihre Kinder," schrieb er^). Als er erfuhr, daß aufder Insel Sicilien ein Jude Namens N asas einen Elias-Altar (wahr-scheinlich eine Synagoge unter diesem Namen) erbaut hatte, und daßsich Christen dabei zum Gottesdienst einfanden, befahl er dem Präfekten
r) Das. VII. 5; IX. 6 .
2) Das. I. 1v, 34, 35. Aas. i, 47
Das. II 32 und V. 8 .