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Geschichte der Juden.
wie der Sänger Asaph von der Ankunft Christi gesprochen hat.Was wollet ihr noch verehren, da ihr die Worte eurer Prophetennicht kennt? Kommt zu den katholischen Priestern, es mögen sich eureOhren öffnen, damit ihr durch die Gnade des Herrn der ewigenTaubheit entgeht" Z. Der neunuudvierzigste Psalm schien Cassiodoreine wahre Fundgrube für die Hauptlehren des Christenthums zu sein;er fand darin die Fleischwerdung Christi ganz deutlich und gab sichMühe, seine Deutung den Juden begreiflich zu machen. Indessen be-schlich ihn doch der Zweifel an der Glaubensfähigkeit der „Verstockten",und er redet sie pathetisch an: „Warum fürchtet ihr nicht euern Unter-gang ? Glaubet doch, daß er bereits erschienen ist, dessen Erscheinen indiesem Psalm so unzweideutig vorher verkündet ist^s." Aber die JudenItaliens haben schwerlich die Psalmenauslegung des Exministers ge-lesen, oder wenn sie sie gelesen, sind sie schwerlich von seiner ab-geschmackten und sinnlos typischen Texterklärung sehr erbaut gewesen.— Charakteristisch für diese Zeit ist es, mit welchen unehrenhaftenNamen Cassiodor — der nächst Boethius der einzige Träger einergewissen philosophischen Bildung des sechsten Jahrhunderts War —die Juden bezeichnete. Man könnte ein.Schimpfwörterbnch daraussammeln. Er nennt sie „Skorpione nnd Löwen", „wilde Esel",„Hunde und Einhörner" ^s.
Trotz dieser Antipathie der Stimmführer gegen sie waren dieJuden Italiens im Verhältniß zu denen des byzantinischen Reichesnoch glücklich. Lheoderich's Nachfolger, seine schöne und gebildeteTochter Amalasuntha, und später deren Gemahl und MörderTheodat, ein philosophischer Schwächling, gingen von den Grundsätzenihres Vorgängers nicht ab. Der vorletzte ostgothische König Theodat,dessen Feigheit eher an einen entnervten Römer, als an einen wildenSohn Teut's erinnert, hatte einen jüdischen Zauberer, zu dessentrügerischer Kunst er in der Noth seine Zuflucht nahmZ.
Mit zäher Treue hielten auch die Juden zu dem König Theodat,der sich schon selbst aufgegeben hatte. Die Juden Neapels setzten ihrLeben ein, um nur nicht unter die Zuchtruthe Justinian's zu kommen. —Belisar, der Eroberer des vandalischen Reiches, der lorbeerbekränzteHeld, der vor Justinian's Zorn zitterte und sich zum blinden Werk-zeug seiner Tyrannei gebrauchen ließ, hatte bereits ganz Sicilienund die Südspitze des italienischen Festlandes unterworfen und näherte
Oassioäor oouolusio aä ?salinu.ra 81.
-) Das. oonolusio aä l?salmu.ria 49.
") Oassioäor oxsrs, II. 69a. 163lr 184b. und an noch vielen Stellen
Z kroeoxius äs bsllo Ootbioo I. 9 p. 45.