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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

welche von den römischen Staatsmännern die politische Gewandtheitgelernt hatten, waren zu klug, um fanatisch zu sein. Sie drückten oft,wenn die Juden gegen die Kirchensatzungen verstießen, ein Auge zuund hatten am wenigsten Vorurtheile gegen ihre jüdischen Nachbarn.Der Papst Gelasius hatte einen Juden aus Telesina, der den Titelder Durchlauchtigste" (vlarissiwus) führte, zum Freunde und empfahlauf dessen Verlangen einen Verwandten desselben, Antonius, demBischof Secuudiuus mit vieler Wärme. Er drückt seinen Wunschaus, daß Antonius nicht nur von Belästigung befreit werde, sondern auchan Secundinus einen eifrigen Helfer haben möge. Als über einenJuden Basilius Klage geführt wurde, daß er christliche Sklavenaus Gallien gekauft habe, und dieser sich entschuldigte, daß er nurheidnische Sklaven kaufe, und es nicht zu verhindern sei, wenn untereiner Anzahl Sklaven sich auch einige Christen befänden, ließ derPapst Gelasius diese Entschuldigung gelten. An den Bischof von Syrakusschrieb er wegen eines Sklaven, der seinem jüdischen Herrn entlaufenwar und in einer Kirche unter dem Vorwände Schutz gesucht hatte, daßer Christ sei und von seinem Herrn mit Gewalt zur Beschneidunggezwungen worden sei, die Sache zu untersuchen und, wenn der jüdischeHerr Recht habe, daß er ihn bereits beschnitten gekauft, ihm denselbenzurückzuerstatten (495 ').

Eigentümlich war die "Stellung der Juden in Italien, als esunter Theoderich ostgothisch geworden war. Ausbrüche eines feind-seligen Geistes gegen die Juden kamen während dessen Regierung nichtselten vor, die aber im Grunde nicht ihnen galten, sondern eine Demon-stration gegen den verhaßten König sein sollten, weil er Arianer war,d. h. weil sein Glaubensbekenntniß war, daß Gott der Sohn dem Vaternicht gleich, sondern nur ähnlich sei. Theoderich war den Juden keines-weges gewogen, er wünschte ihre Bekehrung. Er ließ gelegentlich durchseinen Rathgeber und Minister Cassiodor an die Mailänder Gemeindeschreiben:Was suchst du, o Juda, zeitliche Ruhe, da du doch indeiner Verstocktheit die ewige nicht finden kannst" ^). Rasch und gründlichhatte er die Kirchensprache erlernt, der vor Kurzem bekehrte Ostgothe.Als die Juden zu Genua um die Erlaubniß nachsuchten, ihre Synagogein bessern Stand setzen zu dürfen, ließ ihnen Theoderich antworten:Warum wünscht ihr, was ihr doch fliehen solltet? Wir ertheilen euchzwar die Erlaubniß, aber wir tadeln den Wunsch, der in Jrrthumbefangen. Indessen können wir die Religion nicht befehlen und

y tilansi eoneitia N VIII. p. 35. 131. 132.2) Os.ssioäor varias säit. 81. Nauri V. 37.