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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

Auslegung der heiligen Schrift in den Synagogen erlassen hat, sowerden die ihm ähnlichen Kaiser noch manche andere Willkür angeordnethaben. Aus Justinian's Verfahren gegen die durch Belisar's Siegedem byzantinischen Reiche untergeordneten Gemeinden Afrikas läßtsich das Allerschlimmste folgern. Er schrieb an den Statthalter vonAfrika, Salomon, unter Anderem,daß die Synagogen, sowiedieKirchender Arianer und Donatisten und die Tempel der Heiden ihren Be.kennernentzogen und in Kirchen verwandelt werden sollten (1. August 535 Z.

Das byzantinische Reich und seine Kaiser waren auch wegen dieserewigen Plackereien den auswärtigen Juden sehr verhaßt. Darinstimmte der jüdische König von Arabien, der deswegen Vergeltungan den byzantinischen Kaufleuten nahm, mit den Juden Neapels überein,welche heldenmütig kämpften, um nicht unter die Herrschaft dieserverfolgungssüchtigen Kaiser zu kommen. Wie früher an Rom, so sahendie Juden aller Länder in dieser Zeit an Byzanz ihren Erzfeind, undtrotz des Verbotes deuteten die Prediger den Vers:Es wird Einer

herrschen aus Jacob und wird vernichten den Rest aus der Stadt"auf das sündenbelastete Konstantinopel").

In Italien waren die Juden bekanntlich noch zur Zeit derRepublik ansässig und genossen so lange volles Bürgerrecht, bis diechristlichen Kaiser es ihnen geschmälert haben. Sie mögen mit ge-rechtfertigter Schadenfreude gesehen haben, wie die weltgebietende Romazur Beute der Barbaren und zum Gespötte der Welt geworden war,und man auf sie buchstäblich das Klagelied über Jerusalem anwendenkonnte:Die Herrin der Völker, die Fürstin der Länder ist eine Frohn-dienerin geworden." Nach den Gepiden und Herulern, die Rom nurvorübergehend geknechtet, kamen die Gothen und brachten den NamenRom in Vergessenheit, indem sie unter dem Amaler Theoderich (Dioterich)das ostgothische Reich gründeten.

An den Plagen, welche die wilden Schwärme barbarischer Völkerüber die römische Welt gebracht, hatten die Juden auch ihr gutesTheil. Mit der Annahme des Christenthums hatten die germanischenund slavischen Horden von ihren Lehrern, den Römern, Intoleranzgelernt, welche in ihren rohen Gemüthern noch gehässigere Formen an-nahm. Die jüdischen Kanzelredner dieser Zeit hatten über neue FeindeIsraelis zu klagen:Siehe Herr, wie vielfach meine Feinde sindWenn Esau (Rom) Jakob haßt," so drücken sich die Agadisten ausso hat er noch einen Scheingrund dafür, weil ihn dieser um die Erst-

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