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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

wird nicht die freundliche Inkonsequenz Gregor des Heiligen vorziehenvor der schrecklichen Consequenz der verfolgungssüchtigen Könige SisebutAnd Dagobert, die allerdings, kirchlich gesprochen, katholischer warenals der Papst! Indessen hatte es mit der Duldung auch der mildestenBischöfe nicht zu viel auf sich. Sie scheuten nur, Bekehrungszwangdurch Verbannung oder Tod aufzulegen, weil sie überzeugt waren,daß auf diesem Wege die Kirche nur mit Scheinchristeu bevölkertwürde, welche ihr im tiefsten Herzen fluchten. Aber sie scheuten sichnicht, Beschränkung und Plackereien über die Juden zu verhängen undsie auf der Stufenleiter der Gesellschaft den Leibeigenen zunächst zustellen; dies schien fast allen Vertretern des Christenthums in denbarbarischen Jahrhunderten durchaus gerecht und gottgefällig. DieVölker, welche auf das arianische Bekenntniß getauft waren, übtenindessen weniger Unduldsamkeit gegen die Juden. Je mehr also derArianismus in Europa verdrängt wurde und dem katholischen Be-kenntniß wich, desto mehr wurden die Juden vom Bekehrungseifergeplagt. Ihr kräftiger Widerstand reizte stets zu neuen Angriffen.Ihre heldenmüthige Standhaftigkeit der steten Ungunst gegenüber istdaher eine Größe, welche die Geschichte nicht verschweigen darf. Auchwaren die Juden in diesen wissensfeindlichen Jahrhunderten nicht allerKenntnisse bar. Wenigstens kannten sie ihre Religionsurkunden besser,als die niedere Geistlichkeit, welche nicht einmal ihre Meßbücher zulesen verstand.

Die Rundschau über die Niederlassung der Juden beginnt, wiesie Asien verläßt, mit dem byzantinischen Reiche. Hier lebten sie schonin den Städten, ehe noch das Christenthum die Weltherrschaft an-getreten hatte. In Konstantinopel bewohnte die jüdische Gemeinde, vonderen Mitgliederzahl wir keine Nachricht haben, ein eigenes Quartier,der Erzmarkt genannt wo sich auch eine große Synagoge

befand. Sie wurden aber von einem Kaiser, Theodosius II. oderJustin II., daraus Vertrieben, und die Synagoge wurde in dieKircheder Gottesmutter" verwandelt, die von dem Ort den NamenKircheder chalkopratianischen Gottesgebärerin" erhielt ^). Seitdem wohntendie Juden in einem andern Viertel, das Stenor genannt (Ltuuor,Ltanszu'o, ckucksoa.)

Die Juden der byzantinischen Hauptstadt sahen mit Schmerz, wiedie heiligen Gefäße des zerstörten Tempels, die von Gefangenschaftzu Gefangenschaft gewandert waren (B. IV g. 355.), durch den Feld-es Misoplianss eliionoArs,pllig. I. p. 382, vergl. dazu Ou-OanAS llistoriap. 164.