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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

berief sich aber auf das den Juden gegebene feierliche und schriftlicheVersprechen, das er nicht verletzen dürfe, ohne vor Gott als Sünderund vor den Menschen als Treubrüchiger zu erscheinen. Dagegenmachten die fanatischen Mönche geltend, daß die Ermordung der Juden,weit entfernt ein Verbrechen zu sein, im Gegentheil ein Gott gefälligesOpfer sein werde. Das Sündhafte daran wollten sie übernehmen undfür ihn eine besondere Fastenwoche einsetzen. Sie wollten nämlich in derersten Woche der großen Fleischfasten vor Ostern nicht einmal Eier,Käse und Fische genießen. Diese Wendung überzeugte den überfrommenKaiser; er beschwichtigte damit sein Gewissen und ließ eine Hetzjagdgegen die Juden in ganz Palästina anstellen und alle diejenigen nieder-metzeln, welche sich nicht in den Schlupfwinkeln der Gebirge bergen odernach Egypten entfliehen konnten^).

In Egypten bestanden damals noch jüdische Gemeinden und selbstin Alexandrien, aus dem sie der Fanatiker Cyrill im Anfang des fünftenJahrhunderts vertrieben hatte (B. IVg. S. 362), waren die Judenwieder angesiedelt. Ein wegen seines Reichthums und seiner Freigebig-keit ausgezeichneter alexandrinischer Jude Namens Urbib hatte währendeiner seuchenerzeugenden Hungersnoth die Dürftigen ohne Unterschieddes Glaubens mildherzig gespeist^). Von dem ehemaligen Glanzeund der Bedeutung der alexandrinischen Juden war allerdings kaumder Schatten geblieben. Aber wenn sie auch in der allgemeinen Ent-artung der Zeit ihren Sinn für Wissenschaft und Bildung eingebüßthatten, so blieb ihnen doch das warme Mitgefühl für ihre leidendenBrüder. Sie nahmen die unglücklichen Flüchtlinge ans Judäa, dieOpfer des mönchischen Fanatismus, brüderlich auf. Von der Ver-folgung des Heraklius blieb nurBenjamin vonTiberias, derHauptagitatorin dem Aufstande gegen die Römer, verschont; aber er brachte seineReligion zum Opfer seiner Ruhe. Auf Zureden des Kaisers empfinger die Taufe Das Andenken an Heraklius' schmachvollen Trenbrnchgegen die Inden erhielt sich durch die ihm zu Ehren eingesetzte Fasten-zeit noch lange, indem sie die morgenländischen Christen, namentlichdie Copten und Maroniten, noch mehrere Jahrhunderte beobachteten.Sie büßten das Gemetzel vieler Tausende von Menschen durch Ent-haltung von manchen Speisen ab ^).

Heraklius erneuerte bei dieser Gelegenheit das Hadrianische undConstantinische Edikt, daß die Juden Jerusalem und dessen Weichbild

*) Dnt^obins das. II. 243 f. Vergl. dies. Note.

2) Dnt^ollins das II. I33i

b) Lbsoxbanss 6lii'onoArs,xb1n I 504.tZnt^olitns das. S 243.