Heraklius und die Juden.
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Steuern bedrückt haben. Es entstand daher eine große Verstimmungzwischen den Bundesgenossen, die Wohl auch in Thätlichkeit ausgeartetsein mochte. Der persische Feldherr bemächtigte sich daher vieler JudenPalästinas und schickte sie in die Verbannung nach Persien. DiesesVerfahren machte die Juden noch unzufriedener und bewog sie, ihreGesinnung zu ändern und sich dem Kaiser Heraklius zu nähern. DieserFürst, der das seltene Beispiel gab, wie ein abgestumpfter Feiglingüber Nacht ein feuriger Hetd werden kann, und der, nachdem er jahre-lang die Schmach gehäufter Niederlagen mitangesehen hatte — daßsein Reich von zwei Feinden, den Persern von der einen und denAvaren von der andern Seite, eingenommen worden war — sich plötzlichermannte und ihnen Sieg auf Sieg abrang, fand sich geneigt, die Feindein Judäa für sich zu gewinnen, um dem Hauptgegner Verlegenheit zubereiten. Heraklius ging daher ein förmliches Bündniß mit den Indenein, das wahrscheinlich Benjamin von Tiberias betrieben hatte, sicherteihnen Straflosigkeit für die den Christen zugefngten Unbilden zu undverhieß ihnen noch andere Vortheile, die wir weiter nicht kennen(um 627^),
Heraklius' Siege, Chosru's Verblendung und die Empörungseines Sohnes Syroes gegen ihn, brachten dem griechischen Kaiserwieder alle jene Länder ein, die nahe daran waren, dauernd in persischeSatrapien umgewandelt zu werden. In Folge des Friedensschlusseszwischen Heraklins und Syroes — der seinen alten Vater entthronteund tödten ließ — verließen die Perser Judäa, und das Land kamwieder in byzantinische Botmäßigkeit (628). Im Herbste dieses Jahreszog der gekrönte Kaiser im Triumph nach Jerusalem, um am ver-meintlichen Grabe Jesu den Dank für die unerwartet errungenenSiege darzubringen und das geraubte echte Kreuz wieder in Jerusalemauszurichten. Auf seinem Zuge berührte Heraklins Tiberias und wurdevon dem reichen Benjamin gastlich bewirthet, der auch das byzantinischeHeer mit Lebensmitteln versorgte. In einer Unterredung fragte ihnder Kaiser, was ihn denn bewogen habe, den Christen so feindlicheGesinnung zu zeigen? Offenherzig antwortete Benjamin: „Weil sieFeinde meines Glaubens sind" ^).
Als Heraklius die heilige Stadt betrat, verlangten die Möncheund der Patriarch Modestus ungestüm von ihm, daß er sämmtlicheJuden Palästina's ausrotten möchte aus Rache für ihr Verhallen gegendie Christen, und ans Vorsicht, damit sie nicht bei etwaigen neuenEinfällen sich feindselig gegen die Christen zeigen sollten. Der Kaiser
U Note 8.
2) Dieselbe Note.