Juden in Constantinopel.
29
nicht betreten dürfen (628^. Die Verfolgung dieses Kaisers gegendie Juden Palästinas gab der Sage Veranlassung zu erzählen, Hcrakliushabe durch astrologische Verkündigung erfahren, daß dem byzantinischenReiche von einem beschnittenen Volke Untergang bevorstehe und, indemer dieses auf die Juden bezogen, habe er einen Befehl in seinem ganzenReiche ergehen lassen, sämmtliche Inden, welche sich nicht zum Christen-thum bekehren wollten, zu vertilgen. Er habe sogar, so erzählt dieSage weiter, an Dagobert, König von Frankreich geschrieben, die Judenseines Landes zur Taufe zu zwingen und die Widerstrebenden auszu-rotten ^). Indessen ist Heraklius von diesem Blutbade freizusprechen.Denn nach seinem Tode befanden sich noch Juden in der byzantinischenHauptstadt, und diese benutzten die Verwirrung, welche nach dem Todeseines Sohnes Constantin entstanden war, als Volk und Heer gegendie Kaiserin Martina und ihren Sohn Herakleonas erbittert waren,die Sophienkirche zu stürmen (641^). Auch bedurfte es nicht derastrologischen Afterweisheit, um die Schwächung des byzantinischenReiches durch das beschnittene Volk der Araber zu prophezeien. Nochwährend Heraklius' Leben pochte dieses ritterliche, von Begeisterung füreinen neuen Glauben erglühte Volk an die Pforte des byzantinischenReiches und verlangte mit wildem Ungestüm Eingang. Der Kaisererlebte es noch, wie Judäa, Syrien und Egypten dem Kreuze entrissenwurden und unter die Herrschaft der Nachfolger des Propheten vonMekka kamen. Die Christen, bis dahin fanatisch verfolgungssüchtig,erfuhren bei dieser Gelegenheit, wie Unduldsamkeit schmerzt. Aberder Halbmond war lange nicht so verfolgungssüchtig wie das Kreuz.
U Oonstibntüonss irnpsratorias Uo, 2. Ueber das genaue chronologischeDatum der Anwesenheit Heraklius' in Jerusalem, vergl. Weil: Leben Moham-med's 198. Note 309.
2) UrsäsAurcius Obroräoon a. 2, und Usrb? Nonnrrisnts, I. 286. äossplrXobsn Oibrs ba-saraim. Uraslr lia-baobs. säib. Wien S. 8.
2) Uiosxliorns Us-triarolrs, Oonsbanbinoxolas: äs rsbus xosb Llauri-tiura Zsstis x. 35.
»