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Geschichte der Juden.
nahm einen Streifzug gegen Tyrus, aufgefordert von den Judendieser Stadt <4000), die Christen in der Osternacht Plötzlich zu über-fallen und nicderznmachen. 20000 Mann soll die jüdische Scharbetragen haben. Die Veranlassung zu dieser Kraftanstrengung ist nichtbekannt. Die Unternehmung scheiterte aber, weil es den Christen inTyrus verrathen wurde, was ihnen bevorstand. Sie kamen daherihren Feinden zuvor, bemächtigten sich ihrer jüdischen Mitbewohner,warfen sie in Kerker und erwarteten die Ankunft der jüdischen Schar,welche die Thore verschlossen und vertheidigt fand. Diese rächte sichwiederum an ihren Feinden durch Zerstörung der Kirchen um Tyrus.So oft aber die christlichen Tyrier die Nachricht von der Zerstörungeiner Kirche erhielten, tödteten sie hundert von den gefangenen Judenund warfen ihre Köpfe über die Mauer. Auf diese Weise sollen 2000derselben ums Leben gekommen sei». Die jüdische Belagernngsscharaber, entmuthigt durch den Tod ihrer Brüder, zog ab und wurde vonden Tyriern verfolgtZ.
Ungefähr vierzehn Jahre waren die palästinensischen Juden von demAnblick ihrer christlichen Feinde befreit. Die Erfolge der ersten Zeiterfüllten sie mit Freuden. Es gingen wohl manche Christen aus Furchtoder Verzweiflung an dem Fortbestand des Christentums zum Juden-thum über. Einen großen Triumph bereitete den Juden die Bekehrungeines Mönchs, der sich aus freiem Antriebe zum Judenthum bekannte.Dieser Mönch hatte viele Jahre in dem Kloster auf dem Berge Sinaimit Büßungen und Litaneien zugebracht. Mit einemmal stießen ihmZweifel an der Wahrheit des Christenthums auf. Er wollte durchlebhafte Träume darauf gekommen sein, die ihm auf der einen SeiteChristus, die Apostel und Märtyrer in finstern Nebel gehüllt, auf derandern Seite Mose, die Propheten und die heiligen Männer des Juden-tums lichtumflossen zeigten. Des inner» Kampfes müde, stieg er vomBerge Sinai herab, wanderte durch die Wüste nach Palästina und be-gab sich endlich nach Liberias, wo er der Gemeinde seinen festen Willenkundgab, sich zum Judenthum zu bekennen. Er unterwarf sich derBeschneidnng, nahm den Proselytennamen Abraham an, heirathete eineJüdin und wurde ein eifriger Verfechter des Judenthums und einheftiger Gegner seiner angestammten Religion ^j.
Indessen hatte sich die Hoffnung, welche die Juden auf denpersischen Sieger gesetzt hatten, nicht erfüllt. Die Perser räumtenihnen nicht die Stadt Jerusalem ein, thaten nichts, um ein freies jüdischesGemeinwesen aufkommen zu lassen und mögen noch außerdem durch
1) Dut^olrius ^IsxauäriiinZ (Ibu-IZatrilr) g.uuglss II. 220 — 23.
2) ^.ntoiuns a 8t. 8s,ds. lrornilia 84, s. Note 5.