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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Judäa,

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Eine Art Lehrthätigkeit bestand Wohl unter den PalästinensischenJuden; allein sie muß so dürftig und bedeutungslos gewesen sein,daß sich weder der Name eines Ortes, wo ein Lehrhaus bestanden,noch der einer Person, welche der Träger derselben gewesen seinmochte, erhalten hat. Die angesehensten Gesetzeslehrer führten denTitel Vortragende (liosobo Lirlrs, und der jüngere

Mar-Sutra, Sohn des Hingerichteten Exilarchen gleichen Namens,der, wie schon oben erzählt, als Kind nach Palästina gebracht wordenwar, fungirte als solcher^). Neben und unter den Resche Pirkelehrten andere unter dem Titel dieAlten" (-r^oA-r^or) oder unterdem NamenLehrer" (umAistrl). Die Dürftigkeit der Lebensverhältnissezwang die Lehrer Sold für ihre Thätigkeit zu nehmen, was früherniemals vorkam und auch in dieser Zeit scharf getadelt wurde, abernicht abgestellt werden konnte ^). Die Lehrweise war dem verkommenenZustande der Zeit ganz entsprechend, ohne Bedeutung, ohne Selb-ständigkeit, ohne Geist. Das Studium der strengen Halacha hattelängst ihre Pflege in Palästina eingebüßt. Die agadische Homiliewar der Lieblingsgegenstand für Hörer und Lehrer. Aber auch indiesem Punkte war dieses Jahrhundert nicht schöpferisch. Man sammelteund stoppelte nur Alles zusammen, was aus frühern Zeiten bekanntwar. Die Sammlung der Agadas war leicht. Da es gestattet war,sie niederzuschreiben, so hat sich der Eine und der Andere kleineagadische Sprüche oder längere Ausführungen in einem Hefte angemerkt,und daraus entstand die Literatur der Aga da oder Midrasch, welchedie Prediger beim Vortrage benutzten. Man ordnete den agadischenStoff entweder nach dem fortlaufenden Text des Pentateuchs und derfünf hagiographischen Bücher, welche in der Synagoge vorgelesenwurden, oder man stellte ihn für die außerordentlichen Sabbate undFeiertage zusammen. Die Halacha oder das Gesetzesstudium fand nurin so weit Pflege, als es für das tägliche Bedürfniß der religiösenPraxis (Lls-'sssod) nöthig war. Die wenigen Kundigen stellten fürdie Ritualien Alles zusammen, was aus ältcrn Borarthas und demjerusalemischen Talmud darüber vorhanden 'war, fügten allenfallshinzu, was der Brauch in den Gemeinden, im Widerspruch mit denAutoritäten, als religiöse Sitte (LlinImA) sanctionirt hatte. Auf diese

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*) novslls-s 146.

2) Lsäsr Olarn sutta Ende.

^4L8S6o1l6t> D6r6od-Di-62 o. 4.

Graetz, Geschichte der Juden. V.

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