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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

den noch mißgünstiger» Geistlichen anfs Strengste gehandhabt. NurTiberias, die herrliche Stndt am See, von R. Jochancm zum Rangeeiner akademischen Stadt erhoben, behauptete noch diesen Rang, wardadurch Mittelort und genoß auch bei den ausländischen Juden Autorität.Selbst der jüdische König von Arabien unterwarf sich freiwillig denMahnungen, die ihm von Tiberias zukamen ^). Das Christenthumhatte aber auch da Platz gegriffen, und Tiberias war ebenfalls der Sitzeines Bisthums. In den galiläischen Gebirgsstädten wohnten Juden,wahrscheinlich derselben Beschäftigung wie ihre Vorfahren ergeben, demLandbau und der Oelzucht.

Nazaret, die Wiege des Christenthums, wo man die. schönstenFrauen in ganz Palästina antraf, hatte, wie es scheint, meistens jüdischeBewohner, da es nicht zum Range eines Bisthums erhoben war.Auch Skythopolis (Bethsau), welches in diesem Jahrhundert die Haupt-stadt des zweiten Palästina (Lalaestioa soeuuäa) bildete, so wieNeapolis (Sichern), die Hauptstadt der Samaritaner, seitdem Samariachristlich geworden war, hatten jüdische Einwohner-). Aber in allendiesen Städten, mit Ausnahme von Nazaret, erscheinen die Juden nurals Minderzahl und verschwinden fast gegen die zahlreiche christlicheBevölkerung. Das Christenthum hatte sich Judäas vollständig bemächtigtund war der Erbe des Judenthums geworden. Während die ehe-maligen Herren des heiligen Landes öfter chicanirt wurden, wenn sieeine baufällige Synagoge mit einem Anschein von Neubau ausbesserten,erhoben sich überall im Lande Kirchen und Klöster. Bischöfe, Aebteund Mönche machten sich breit in Palästina und verwandelten es zumTummelplatz dogmatischen Gezänkes über die einfache und doppelteNatur Christi.

Ueber das bürgerliche und geschäftliche Leben der palästinensischenJuden wissen wir gar nichts aus dieser Zeit. Merkwürdig ist es,daß sie, trotz der Hintansetzung von Seiten des Staates, doch dieModethorheit der Rennbahn mitmachtcn. Es gab unter ihnen eben-falls Wagenlenker, Wettfahrer und Farbenparteieu von Grünen undBlauen, wie in Konstantinopel, Antiochien und anderen größerenStädten des byzantinischen Reiches. Aber wie in jener Zeit jedeLebensbewegung den Stempel des Konfessionellen an sich trug, somischten sich auch in den Parteikampf der Farben die religiösenStreitigkeiten. Der Sieg oder die Niederlage der jüdischen, samari-tanischcn oder christlichen Wagenlenker waren zugleich Veranlassungenzu Angriffen dieser Religiousgenossen auf ihre Gegner ^).

r) Vergl. darüber Note 5. Das.

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