gemacht, die selten ohne Blutvergießen abliefen. Die Grünen hattenbei dieser Gelegenheit unter andern auch viele Juden ermordet, ihreLeichen ins Feuer geworfen und ihre Synagoge verbrannt. AlsKaiser Zeno davon benachrichtigt wurde, äußerte er sich darüber: dieGrünen seien nur deswegen strafbar, daß sie nur die todtenJuden und nicht auch die Lebenden verbrannt habenZ!Das durch Kirchenstreitigeit und Farbenparteiung verwilderte Volksah in dem Judenhaß der Machthaber die stillschweigende Auf-forderung, seine Wuth gegen die Juden auszulassen. Namentlich war dieantiochcnsische Bevölkerung von jeher feindlich gegen die Juden gesinnt.Als daher einst ein berüchtigter Wagenlenker Kalliopas aus Kon-stantinopel nach Antiochien gekommen war, sich zu den Grünen hieltund einen Tumult verursachte, empfanden die Juden wiederum diethierische Grausamkeit dieser Partei. Sie hatte sich zu einer Feier-lichkeit nach Daphne, nahe bei Antiochien, begeben, wo sie ohne er-hebliche Veranlassung die Synagoge und ihre Heiligthümer zerstörteund die Beter unmenschlich tödtete (9 Juli 507 2 ).
Wie viel Raum war überhaupt den Juden im Lande ihrer Vätergeblieben? Es giebt kein schriftliches Denkmal aus dieser Zeit, dasdarüber Zeugniß ablegte. Während die Kirchenliteratur in Wunder-geschichteu, Martyrologien und dogmatischen Streitschriften eine MengeStädtenamen und Plätze des heiligen Landes auffrischt, ist die jüdischeLiteratur dieser Epoche stumm darüber und nennt weder den Nameneiner Stadt, noch den einer hervorragenden Persönlichkeit, an welcheder geschichtliche Faden einen Anknüpfungspunkt hätte. Nur aus zer-streuten Nachrichten der Kirchengeschichte kann man ungefähr entnehmen,in welchen Städten Palästinas die Juden in größeren Massen zu-sammen wohnten, und wo der schwache Herzschlag des herunterge-kommenen geschichtlichen und geistigen Lebens kaum vernehmbar pulsirte.
Jerusalem war schon lange nicht mehr Mittelpunkt für die Juden;es war durch und durch eine christliche Stadt mit einem Erzbisthumgeworden und seinen rechten Söhnen vollständig unzugänglich. DasVerbot, daß Juden die heilige Stadt nicht betreten dürfen, von Con-stantia erneuert, bestand noch fort und wurde von den Behörden und
9 Ätatatas OllronoArapiiig, S. 389 s. i Ol LV k</,0-
k/oV avroi'-l,' t-ii-ras --.»öa«-,. Die Byzantiner citire ichnach der Bonner Ausgabe.
2) Das. 396.