Chosru II.
13
die treugebliebenen Perser anschlossen, um Bahram zu bekämpfen. BieleJuden büßten ihre Anhänglichkeit an den Usurpator mit dem Tode.Der persische Feldherr Me Kodes ließ bei der Einnahme der StadtMachusa — welche der König Nuschirvan nach dem Muster dessyrischen Antiochien erbaut und ihr den Namen Antiochia Rumijagegeben, und in welcher eine starke jüdische Bevölkerung wohnte —die meisten derselben über die Klinge springen Z. An andern Orten,wohin Chosru's siegreiche Heere gedrungen, ging cs ihnen wohl nichtbesser. Bahram's Heer wurde besiegt, und er selbst gezwungen, beiden Hunnen Zuflucht zu nehmen. Chosru H. mit dem BeinamenPeröz bestieg den Thron seiner Väter. Dieser ebenso gerechte,wie milde Fürst, der eher seinem Großvater Nuschirvan als seinemVater Hormisdas glich, ließ den Juden ihre Betheiligung am Aufstandenicht entgelten. Während seiner langen Regierung (von 590—628)findet sich keine Spur einer Härte gegen die Juden. Die beidenAkademien bestanden unter ihm ununterbrochen fort. Auf R. Chananfolgte Mari bar Mar, der in Perüz-Schabur ein Lehrhaus gegründethatte — während in Sura zur selben Zeit ein Schulhaupt ähnlichenNamens Mar bar Huna fungirte^) (609 bis um 620), in derenZeitalter die Juden Palästina's neue Siege errangen und Niederlagenerlitten. Auch die Nachfolger derselben sind bekannt: Chaninal vonPumbadita und Chananjah von Sura, welche das siegreiche Vor-dringen der Araber und den Untergang der Perserherrschaft er-lebten^). Denn die letzten Sassaniden-Herrscher, deren es in der kurzenZeit von zwölf Jahren zehn gegeben hat, hatten nicht Muße genug,sich mit der jüdischen Bevölkerung ihres zerrütteten Reiches zu be-schäftigen. Daher bestand die alte Ordnung in dem jüdisch-babylonischenGemeinwesen fort, und es hatte noch seinen Exilarchen an der Spitze.In dem halben Jahrhundert von der Wiedereröffnung der Akademieunter Bahram bis in die arabische Zeit (589—640) werden dreiResch-Valuta namhaft gemacht: Kafnai'Z, Chaninai und Bostanai,von denen der letzte in seinem Manuesalter der nachfolgenden Epocheangehört und die Exilarchenwürde wieder, von den Zeitumständenbegünstigt, zu einer wesenhaften Macht erhob. Denn bis dahinberuhte das Ansehen der Exilarchen mehr auf der Volkssympathieals auf einer von dem Staate anerkannten Stellung. Die Erinnerungan die Davidische Abstammung und das Andenken au den Märtyrer-tod der Exilarchen Huna Mari (IVg. 374) und Mar-Sutra H.hatten die exilarchatische Familie dem Herzen des Volkes theuer
Z Note 3. 2 ) Scherira das. °) Scherira das. ^) Siehe Note 4.