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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Hormisdas IV.

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grammatischen Takt leiten. Bei ihrer fortgesetzten Beschäftigung mitder heiligen Schrift erhellte sich die anfänglich traumhafte Ahnungdes grammatischen Baues der hebräischen Sprache allmählich zur sicherenErkenntniß der grammatischen Regeln. Die Beschäftigung mit derhebräischen Grammatik und mit der heiligen Schrift hätte schon früherdie Alleinherrschaft des Talmuds erschüttert, wenn nicht unruhigeZeiten über die babylonischen und persischen Gemeinden hereingebrochenwären.

Wie lange R. Giza und R. Simuna, welche als die letztenSaburäer^) bezeichnet werden, fungirt haben, ist ungewiß, dochwohl kaum länger als bis zur Mitte des sechsten Jahrhunderts. Dieganze Dauer der eigentlich sabnräischen Epoche beträgt nicht mehrals ein halbes Jahrhundert (500550).

Die Namen ihrer unmittelbaren Nachfolger hat weder dieChronik, noch die Tradition erhalten; sie sind in der Verfolgung,welche neuerdings über die Lehrhäuser hereinbrach, vergessen worden.Das Magierthnm wetteiferte in diesem Jahrhundert mit dem Christen-thum um die Palme der Unduldsamkeit. Beiden war das Juden-thum ein Gräuel, und die Priester zweier Religionen, von denen dieeine den Sieg des Lichtes, die andere die Bruderliebe den Menschenverhieß, mißbrauchten schwache Könige zum Werkzeuge grausiger Ver-folgung.

Chosroes Nuschirvan's Sohn, Hormisdas (Hormuz) IV. (579 589) war seinem großen Vater in allen Stücken unähnlich. Solange sein Erzieher und Rathgeber, Buzurg-Mihir, der persischeSeneka, lebte, der für den schwächlichen König das Schachspiel erfundenhaben soll, um ihm die Abhängigkeit des Königs von Heer und Volkaugenfällig zu machen scheute sich Hormisdas seinen wahrenCharakter zu zeigen. Als dieser Weise sich aber zurückzog, kam dieNero-Natur dieses Königs zum Ausbruch und überschritt den Dammder Mäßigung und Klugheit. Von den Magiern geleitet, welche denherannahenden Untergang ihrer Religion durch Verfolgung Anders-gläubiger aufhalten wollten, kehrte sich sein Zorn gegen Juden undChristen seines Reiches. Welchen Umfang die von Hormisdas ver-hängte Verfolgung hatte, ist nicht bekannt; nur das Eine weiß man,daß die talmudischen Lehrhäuser in Sura und Pumbadita geschlossenwurden und die Gesetzeslehrer wiederum wie unter Peroz und Cavadin Massen auswanderten (um 581). Sie ließen sich in Perbz-Schabur(unweit Nahardea) nieder, das, weil von der persischen Hauptstadt

U Note 2.