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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

klingen i), in winziger Form die Geltung von Vokalen erhielten.Diese verkleinerten Consonanten-Buchstaben" wurden als Vokalzeichenoberhalb der Consonauten gesetzt.

Fünf oder sechs Zeichen genügten, um die todten Gebeine derConsonauten wie mit einem Hauche zu beleben und diese für Jeder-mann leserlich zu machen. Wer war der Erfinder? Man weiß esnicht und wird das Wohl auch nie erfahren. Vielleicht ein Lehrerder Kleinen, welcher damit ihnen das Lesen der heiligen Schrift er-leichtern wollte. Der Unbekannte, welcher auf dieses einfache Hilfs-mittel gekommen ist, hat damit einen für das Verständniß der heiligenSchrift unschätzbaren Dienst geleistet. Vermöge der Erschließung desSinnes jedes Wortes und jedes Verses wurden die Grundwahrheitenund Lehren des Judenthums erst erkennbar, und diese haben die all-gemeine Sittlichkeit gefördert. Als die Christenheit aus dem tiefenSchlaf und dem rasenden Taumel des Mittelalters erwachte, griffenihre geistigen Führer zunächst nach den heiligen Büchern in derhebräischen Urschrift und bannten damit den mittelalterlichen Spuk.Das Verständniß derselben war aber einzig und allein durch die Ein-führung der Vokalzeichen ermöglicht.

Der unbeachtet gebliebene Erfinder dieser Zeichen in Babylonienoder Persien, oder ein Anderer, hat auch Acceutzeicheu eingeführt, umdie Vers- und Satzabtheilungen anzudenten. und auch diese in einfacherForm. Dieses einfache Vokal- und Accentzeichensystem, das Jahr-hunderte lang unbekannt geblieben ist und erst gegen die Mitte diesesJahrhunderts bekannt wurde, wird das babylonische oder assyrischegenannt. Nur noch sehr wenige Exemplare sind mit diesen Vokal-und Accentzeichen versehen. Es wurde nämlich von einem jüngerenSystem verdrängt, welches seinen Ursprung in Tiberias hatte. Seitder Erfindung dieser Zeichen haben die Abschreiber der heiligen Schrifthier und da den Text vokalisirt; es war das Geschäft der Punkta-to re n. Nur das Fünfbuch der Thora, aus welchem öffentlich in denSynagogen vorgelesen wurde, blieb und ist bis auf den heutigen Tagohne Vokalzeichen, da die afterreligiöse Peinlichkeit es nicht zuließ,auch nur einen Strich zu dem Buche hiuzuzufügeu, das die göttlicheOffenbarung enthält. Die Punktatoren ließen sich theils von der seitJahrhunderten überlieferten Aussprache, theils von einem gewissen

y Wie w und u, j und i.

2) Für ein kurzes a wurde ein ganz kleines Ajin gebraucht, für i einwinziges Jod oder ein Punkt, für o (oder langes a) ein kleines Aleph, füru ein kleiner senkrechter Strich als W aw, für ä (oder ai) zwei Punkte zweiJod nebeneinander, und für lang o (oder an) zwei Punkte übereinander.