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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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6 Geschichte der Juden.

gründen und dem persischen König Anerkennung abzutrotzen vermochthatten (B. III^. 371).

Nahe an sieben Jahre dauerte die von Mar-Sutra erkämpfteUnabhängigkeit; zuletzt wurde die jüdische Schaar von der Ueberlegen-heit eines persischen Heeres besiegt. Dabei gerieth der Exilarch selbstin Gefangenschaft. Die Sage erklärt die Niederlage der jüdischenKrieger dadurch, daß sie, einmal an das Waffenhandwerk gewöhnt,sich über Religion und Sittlichkeit hinweggesetzt hätten, und alsbaldwäre auch die Feuersäule, das sichtbare Zeichen des Sieges, von ihrenZügen gewichen. Der Exilarch Mar-Sutra und sein greiser Groß-vater Mar-Chanina wurden hingerichtet und ihre Leichname an derBrücke von Machusa ans Kreuz geschlagen (um 520). Die Einwohnerdieser Stadt wurden ihrer Habe beraubt und in die Gefangenschaftgeschleppt; wahrscheinlich war die Verfolgung noch weit mehr aus-gedehnt. Die Glieder des Exilarchenhauses mußten sich durch Fluchtretten und brachten den nach dem Tode des Vaters geborenen Stamm-halter des Exilarchen-Geschlechtes dem ebenfalls der Name Mar-Sutra beigelegt wurde nach Judäa, wo er, herangewachsen, sichdurch Gelehrsamkeit auszeichnete. In Babylonien war also durchCavad's Verfolgung das Exilarchat für einige Zeit erloschen. Auch

die talmudischen Akademien wurden geschlossen, da die Gesctzeslehrerverfolgt wurden und sich verbergen mußten. Zwei Männer vonAutorität, R. Ahunai und R. Giza, waren flüchtig; der letztereließ sich am Flusse Zab nieder, wo vielleicht die Aufpasserei minderzu fürchten war. Andere Flüchtlinge mögen sich nach Palästina oderArabien gewendet haben. Cavad's Rache wegen eines durch Fanatis-mus herausgeforderten Aufstandes hat dem geschichtlichen Leben derbabylonischen Juden, das in beiden Akademien Sura und Pumbaditapulsirte, einen so herben Schlag versetzt, daß es sich nicht sobald er-holen konnte. Indessen scheint sich die Verfolgung nicht über ganzPersien erstreckt zu haben; denn in Cavad's Heer, das gegen denbyzantinischen Feldherrn Belisar kämpfte, dienten auch jüdische Soldaten,auf welche der persische Feldherr so sehr Rücksicht nahm, daß er umeinen Waffenstillstand bat. um ihnen am Passahfest Waffenruhe zugewähren ^).

Nach Cavad's Tod hörte die Verfolgung gegen die babylonischenJuden von selbst auf. Denn wiewohl sein Nachfolger ChosroesNuschirvan ihnen nicht wohlgesinnt war und ihnen wie den Christeneine Kopfsteuer auflegte, von der nur Kinder und Greise befreit

Bar-Hebräus liistoris, Obrorüooir s^riaaurQ. Text x. 85.