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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Mar-Sutra II.

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lauchten Hauses im Schoße seiner eigenen Tochter, der Gattin desExilarchen Huna, ruhe. Die Niederkunft seiner Tochter habe er dahermit vieler Ungeduld erwartet und habe, unbekümmert um Regen undSonnenstrahlen, an ihrer Thüre gewacht, um sie vor jedem Unfällezu schützen, und sei endlich so glücklich gewesen, seine Tochter voneinem Knaben entbunden zu sehen, eben jenem Mar-Sutra II. Diesenletzten Stammhalter des Exilarchenhauses umgab Mar-Chanina mitder zärtlichsten Pflege, erzog und unterrichtete ihn und hatte Freudean der frühreifen Entwickelung des Knaben. Zu fünfzehn Jahrenwar Mar-Sutra mit Verstand begabt und mit Kenntnissen ausgestattet,fähig, die Würde seiner Vorfahren zu übernehmen.

Als Exilarch fungirte während Mar-Sutra's Minderjährigkeitsein Schwestermann Pachda, der aber nicht geneigt schien, die Würdedem rechtmäßigen Erben zu überlassen. Der Großvater Mar-Chaninabegab sich daher mit ihm an den Hof des Königs, wahrscheinlichCavad's, und bewirkte, vermuthlich durch reiche Geschenke, Pachda'sAmtsentsetzung und Mar-Sutra's Investitur (um 511). Der fünf-zehnjährige Exilarch war es nun, der mit den Waffen in der Handzur Vertheidigung der jüdischen Familienehre und des Lebens seinerBrüder auftrat. Als nächste Veranlassung zur Schilderhebung wirdder gewaltsame Tod eines Schulhauptes Mar-Isaak angegeben. Daauch der Vertreter des Judenthums, Mar-Chanina, an dem Aufstandbetheiligt war, so hatte er sicher einen religiösen Charakter. EineSchaar von vierhundert jüdischen Kriegern bildete Mar-Sutra's Gefolge,mit dem er wahrscheinlich Mazdak's räuberische und lüsterne Anhängeraus dem jüdischen Gebiete Babyloniens vertrieb und die frechen Eingriffein die heiligsten Rechte abwehrte. Er soll ferner so glänzende Waffen-thaten ausgeführt haben, daß die Truppen, die der König zur Unter-drückung des Aufstandes ausgesandt hatte, ihm nicht beikommen konnten.Mar-Sutra soll sich sogar die Unabhängigkeit erkämpft und den nicht-jüdischen Bewohnern Babyloniens Steuerleistung aufgelegt haben. DieSage schrieb den Sieg der jüdischen Waffen einer wunderbaren Er-scheinung, in Gestalt einer Feuersäule, zu, welche dem kriegerischenExilarchen in den Schlachten vorangegangen sein soll. Machusa unweitKtesiphon war Hauptstadt eines kleinen jüdischen Staates geworden, indem der Exilarch gleich einem König residirte. So ganz unwahrscheinlichist eine so glückliche Schilderhebung der Juden in dem, dem Verfallentgegengehendcn persischen Reiche nicht, wenn man sich erinnert, daßfünf Jahrhunderte zuvor zwei mittellose Jünglinge Asinai und Anilaiin derselben Gegend ein unabhängiges' jüdisches Gemeinwesen zu