Die Zendik.
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ein wenig erholt (B. IVg. 372; 374.), als sie von neuen Stürmenheinigesucht wurden, welche die Ordnung von drei Jahrhunderten um-stürzten. Auf Peröz war der König Cavad (Kowad, Cabades) gefolgt,ein.schwacher König nicht ohne gute Eigenschaften, der sich aber voneinem Fanatiker als Werkzeug gebrauchen und zu ReligionsverfolgungenHinreißen ließ. Unter diesem Könige trat nämlich ein Mann auf,der die Lichtreligion der Magier reformiren und sie zur herrschendenmachen wollte. Mazdak — so hieß dieser Reformator des Magier-thums — glaubte das Mittel gefunden zu haben, wie der verheißeneSieg des Lichtes über die Finsterniß, des Ahura-Mazda über Angro-Mainyus, gefördert und dauerhaft gemacht werden könne. Habsuchtnach Gütern, Begierde nach fremden Frauen seien die Quellen allesUebels unter den Menschen, die Anregung zu Neid, Haß und Frevel-thaten. Diese Anregung wollte Mazdak beseitigt wissen durch Gemein-schaft der Güter und der Frauen; selbst unter Blutsverwandten ge-stattete er ehelichen Umgang. Auf dem Grunde kommunistischer Gleich-heit glaubte er das Ziel der Zoroasterischen Lehre am sicherstenerreichen zu können. Da der Reformator uneigennützig war und einstreng tugendhaftes und asketisches Leben führte, so gewann er baldzahlreiche Anhänger (um 501), welche Gebrauch von dieser vortheil-haften Freiheit machten und sich Zendik nannten, als die wahrenBekenner des Zend (der Religion des Lebens und des Lichtes).Selbst der König Cavad wurde sein treuer Jünger und förderteMazdak's Bestrebungen. Er erließ einen Befehl, daß sämmtliche Be-wohner des persischen Reiches dessen Lehre annehmen und danachhandeln sollten. Die niedrigen Volksklassen, welche nichts zu ver-lieren und alles zu gewinnen hatten, und denen an der Ehre ihrerFrauen wenig lag, geberdeten sich als die eifrigsten Zendik, und eignetensich die Güter der Reichen und die Frauen, die ihnen gefielen, au.Es entstand eine Verwirrung der Begriffe von Recht und Unrecht,von Tugend und Laster, wie sie die Völkergeschichte noch nicht gesehenhatte. Obwohl die persischen Großen den kommunistischen König ent-thronten und in den Kerker warfen, so konnten sie doch nicht ver-hindern, daß, als er aus dem Gefängniß befreit und mit Hilfe derHunnen wieder in sein Reich eingesetzt worden war, Mazdak's An-hänger den Unfug erneuerten, so daß viele während Cavad's Regierunggeborene Kinder ihre wahren Väter nicht kannten, und Niemand seineBesitztümer in Sicherheit genießen konnte. Mazdak's Kommunismuswar nicht geeignet, ihn den Völkern wünschenswertst zu machen. DerUnterkönig Mondhir von Hira, in der Nähe Pnmbadita's, der sichnicht Mazdak's beglückenden Reformen anschließen wollte, mußte sein
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