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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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XVIII
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XVIII

Einleitung.

kein Volk gegen das andere Krieg führen wird, wenn das Oelblattstatt des Lorbeeres die Stirne großer Menschen zieren, die Er- !

rungenschaft edler Geister in Hütten und Paläste Eingang finden l

wird, dann wird die Völkergeschichte denselben Charakter wie die i

jüdische Geschichte haben; ihre Blätter werden nicht mit Kriegs- j

thaten, Siegen und Diplomatenkünsten, sondern mit den Fortschritten '

der Cultnr und ihrer Verwirklichung im Leben beschrieben sein. !

Man darf sich vom Scheine der Zerfahrenheit und Splitter- !

Hastigkeit, den die nachtalmudische jüdische Geschichte, äußerlich be- j

trachtet, darbietet, so daß der jüdische Stamm in eben so viele ^

Gruppen als es Gemeinden gab, zerfiel, ich sage, man darf sich von !

diesem Scheine nicht täuschen lassen, zu glauben, sie habe keinen ^

gesetzmäßigen fortschreitenden Verlauf, keine centrische Bewegung. '

Sie hat vielmehr ganz entschieden und markirt Mittelpunkte an- >

gesetzt, von welchen aus geschichtliches Leben über den weit aus-gedehnten Umkreis ausströmte.Wenn die Glieder des HausesIsrael auch gehetzt werden in allen Weltgegenden, von Nord nachSüd, von Süd nach Nord, von Ost nach West und von West nachOst, so sind sie doch stets im Mittelpunkte," bemerkt ein alter-jüdischer Kanzelredner'). Das Scepter war zwar von Juda !gewichen, aber nicht der Gesetzgeber von seinen Gliedern. Unddas Merkwürdige ist, daß diese Gesetzgeber, welche eben den Mittel- j

Punkt und den Zusammenhang der Gemeinden bildeten, nicht mit ^

Strafrecht und Geißel die Einheit zusammen zu halten brauchten, ^

sondern die Gruppen flogen gewissermaßen dem Einigungspnnkte >

zu, um sich von ihm Maaß und Bewegung bestimmen zu lassen.Zuerst wurde das jüdische Babylonien, das Erbe Judäa's, als es >Sitz des Gaonats geworden war, der einigende Mittelpunkt für dieweite jüdische Diaspora. Von den Ufern des Oxus, der Wolga, ider Donau und des Rheins bis zu den Inseln und Küsten desMittelmeeres ringsherum waren die Blicke der jüdischen Gemeindenauf Babylonien, d. h. ans das dort residirende Gaonat gerichtet. ^Kein König findet mehr Gehorsam und Liebe, als sie die Schul-hänpter Sura's und Pumbadita's von Millionen, welche nicht ihre !Unterthanen, sondern ihre Brüder waren, genossen. Von hier aus -empfingen die Gemeinden nicht bloß religiöse und sittliche Belehrung, !

y laus, äi bs-UliL Nabbs. Kap. 5.