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Geschichte der Juden.
Usque-Atias einerseits und Pinel-de Vargas anderseits zur Herausgabe derspanischen Bibel ist nicht stichhaltig.
Das Rätsel läßt sich aber leicht lösen, wenn man eine Eigentümlichkeitdabei ins Auge faßt. Ist es denn Zufall, daß je der Herausgeber ein Portu-giese und je der Patron ein Spanier war? Man erwäge: von inäustrla. . . äs vuarts Uiuel kortNANSs, cou iuäustria äs ^braliam Il8gus?srtuKNS8; ä oo8ta ... äs äsronimo äs VarAa.8 L8pauol, ä so8ta. . . .äs ^om Tod ... ^ria.8 §8paoo1. Erwägt man dieses, so kommt man sofortdarauf, daß Duarte Pinel und Abraham Usque eine und dieselbePerson war, und ebenso der Patron de Vargas und Jom-Tob Atias.Beide waren Marranen, die als Christen den einen und dann nach ihrem Rücktrittzum Judentums den andern Namen geführt haben, wie so viele andere. DieFerrarensisch - spanische Bibel hat nicht zwei Editionen, sondern nur eineeinzige von einer einzigen Person, Pinel-Usque, hcrausgcgebe», auf Kosteneines und desselben marranischen Juden, de Var gas-Atias. Aber warumist der Prolog in einigen Exemplaren mit den spanischen Namen und in anderenmit den jüdischen Namen unterzeichnet? Diese Frage ist leicht zu beantworten.Die spanische Bibel ist unter den Auspizien des Herzogs Ercole II. von Ferraraediert worden, wie das Titelblatt der Pinelschen Exemplare angibt: eou pri-vitsAio äs iI1u8tris8imo 8Säor äugus äs Tsirara. und die Dedikation: 8Simprimiö xor mauäaäo z? ooiwentimiento äs vne8trs. LxesIIenoia. Siewurde serner der Zensurbehörde vorgelegt und von ihr geprüft und genehmigt:vmta. ^ sxaminnän por et oltivio äs la. Inguwision. In der Widmung anden Herzog heben der Editor und sein Sozius es ausdrücklich hervor, daß dieBibelübersetzung die Zensur passiert hat — und flehen ihn auch um Schutz gegenverleumderische Zungen an: äs baxo äs euzm 8nb1ims tavor uavsAa.remo8por sl tsmps8tuo8o mar gus Ia.8 ästraotors8 1enAna8 pneäen Isvantar.Wenn die Marranen auch in Ferrara geduldet wurden, so durften sie wohl ineinem offiziellen Akte nicht geradezu als Juden auftretcn. Daher mögen dieHerausgeber, Pinel und de Bargas, in den Exemplaren, welche der Zensur unddem Herzoge vorgelegt und dem letztern gewidmet werden sollten, ihre jüdischenNamen verschwiegen und auch den Anstoß vermieden haben, den das Wortin Jesaias, durch „junge Frau" wiedergegebcn, erregen könnte. Sie setzendaher dafür geradezu vii-KSu in einigen Exemplaren, um die Zensur zu be-friedigen. Aber sie hatten ebensoviel, wo nicht noch mehr, der edelherzigenDona Gracia Naßi zu danken, und wollten auch ihr ein Zeichen ihrer Erkennt-lichkeit durch eine Dedikation geben. Hier, su kamills, durften sie die Maskefallen lassen, sich geradezu Abraham Usque und Jom-Tob Alias nennen unddas Wort moqa. statt vii'Ksn gebrauchen, welches wie.-mb? eine vox meäiaist, ebensogut „Jungfrau" wie „junge Frau" bedeuten kann. Mit einem Worte,die Ferrarensisch-spanische Bibel ist nur für Juden ediert, und es sind von ihrzweierlei Exemplare abgezogen worden, offizielle für die Augen des Herzogsund der Zensur und nicht offizielle für die der Juden.
Nach dieser Auseinandersetzung ist an der Identität von Abraham Usqueund Duarte Pinel einerseits und von Jom-Tob ben Levi Atias undGeronimo de Vargas anderseits nicht zu zweifeln. Daraus folgt, daßbeide Marranen waren — der erstere aus Portugal und der letztere ausSpanien. — Der erstere war nicht bloß Druckereibesitzer in Ferrara, sondernauch Schriftsteller. Denn Nikolaus Antonio führt von Pinel eine Schrift an:Uäuaräi UinsIIi Uu8itani latiuae Ara-mmatioae oompenäinm.