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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

sprechungen in ihrem Namen gemacht nnd sich an ihnen bereichert habe, wurdedieser häßliche Schacher am portugiesischen Hofe ruchbar, und der Nuntius bekamin Portugal die verlangten oder stipulierten Summen nicht. Aus Portugal ab-berufen, begab er sich nach Rom über Flandern, um das Geld von den dortwohnenden Marranen zu erpressen. Lassen wir nun Herculano oder vielmehrdella Rovere sprechen (in seinem Schreiben von 1536): iäa. a RIanäres

tinlia (Rares äsUs. Rovers) por obseeto t'alar com vioKS Renäes, omais ries e rs8psitaäo bsbreu portuAues, s com a. viuva äs senirmäo, Rraneiseo Rsuäss, a gnai sudministrära a maior guautis.para a solu^Lo äv8 5060 S8ouäo8 reeediäo8 (Herculano I. s. II, x. 150).Diogo Mendes, der reichste und angesehenste portugiesische Marrane in Flandernund seine Schwägerin, die Witwe seines Bruders Francisco Mendes", manerkennt sie auf den ersten Blick; es sind Dona Gracia Naßi, ihr verstorbenerGatte, der sie zur Universalerbin seines großen Vermögens eingesetzt hatte, undihr Schwager, der Teilnehmer des bedeutenden und ausgedehnten Bankgeschäfteswar, wie sie aus den Responsen des Joseph Karo (i>:w Nr. 80) undSamuel de Medina (II, Nr. 3 bis 8), durch M. A. Levys glückliche Kombinationbekannt geworden sind. Im Jahre 1541 hatten die Marranen wieder bedeutendeSummen für den Papst zusammengeschossen, und ihr neuer Sachwalter, DiogoFernando Neto erhielt sie abermals durch Diogo Mendes: ebristäo-novorigui88imo, estabslsoiäo sin Rlanäres (das. p. 321). Es wäreauch sonst sehr auffallend, daß Dona Gracia Naßi, welche so viel fürsn rmyLoportuKnssa", für die portugiesischen Marranen getan (wie Samuel Usquenicht müde wird, zu wiederholen), nicht mit ihren Neichtümern und ihremklugen Rat an der Spitze der geheimen Agitation gegen die Inquisition ge-standen haben sollte. Nebenher sei noch bemerkt, daß sie bereits 1535 Witweund in Flandern war (der Brief des Nuntius ist Januar 1536 angefangen),woraus sich ein ungefährer Schluß für das Alter ihrer Tochtcr und des Josephvon Naxos ziehen läßt, und daß ihr Schwager Diogo Mendes noch 1541 gelebthat. D. Gracia ist also nach 1541 nach Italien gegangen, und zwar zwischen1541 bis 48; denn in diesem Jahre war sie bereits in Venedig gewesen, nnd wiecs scheint, einige Zeit. Denn der französische Gesandte in Venedig, Mr. deMorvilliers, schreibt am 12. Juli 1549: I/ainee äs äeux Renäso, guia I'sutisrs aämini8tration äs tcmt Is bien, 8'k8t, il ^ a 8Spt cm Imibinois, rstires (äs Veuiee) aveo 8a tills. L Rsirare 8oni8 eanl conäuit bienainpis gut iui a taills Rr. 1s äuo. Also gegen Ende des Jahres 1548 hattesie bereits Venedig verlassen. In Ferrara hat sie sich ganz unzwciselbaft auf-gehalten, wie hier der französische Gesandte in Venedig angibt, der doch gutunterrichtet sein mußte; auch die Intorinationi bestätigen es. Sie muß mchrereJahre dort gelebt haben, nämlich von Ende 1548 und noch September 1552,als ihr Samuel Usque sein Werk OonsolacM widmete, bis mindestens 1. März1553, als ihr Abraham Usque die spanische Bibel dcdizierte. Das Lob, das dererstere ihr in der Widmung und im Texte (p. 231) erteilte, daß Gott sie zumHeile der flüchtigen Marranen gesandt, um sie ans Elend und Verzweiflung zuretten, ist aus Selbsterfahruug geflossen. Er und viele andere Leidensgenossenin Ferrara haben unmittelbar aus ihrer Hand Wohltaten empfangen. Wennsich M. A. Levy (Joseph von Naxos, Note 42) auf Josna Soncin beruft, daßsie in Ferrara gar nicht oder nur kurze Zeit gewesen nnd unmittelbar vonVenedig nach Konstantinopel gereist sei, so ist dieser Beweis nicht so schlagend.Soncin wollte bloß ihre Intention ausdrücken, daß sie Venedig verlassen.