Note 6.
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besteht ein Widerspruch zwischen der Quelle bei Hercnlnno und den lutormatioui.Nach der ersten wurde der Spion in der Gegend von Badajoz auf der Hin-reise, nach der letzten auf der Rückreise ermordet.
3. Die Intormalicmi übergehen die Bulle Clemens VII. zur Bewilligungder Inquisition, die Suspension derselben, sowie alles, was seit t531 in dieserAngelegenheit verhandelt wurde und springen bis zur Bewilligung der Inqui-sition durch Paul III., 23. Mai 1536.
4. Das Anschlägen einer blasphcmiercnden Proklamation in Lissabon kenntauch Hercnlano (das. II, 205 ff.), und er bestimmt das Datum Februar 1539.Nur kennt er nicht den Namen des Urhebers, Manuel da Costa, welchenmir die Intormatnoui erhalten haben.
5. Das Auftreten eines marranischen Messias Lndovico Diaz undseines Anhängers Francisco Mendes ist erst vor 10. Februar 1542vorgefallcn, laut dem Berichte, welchen G. Heine davon gegeben hat(o. S. 264 f.).
6. „Eine sehr reiche portugiesisch-marranische Dona, Namens Brian da,welche längere Zeit in Ferrara und Venedig als Christin gelebt, dann nach derTürkei ging, ihre Tochter dort verheiratete und sich mit ihrer Familie zumJudentum bekannte", eine solche kennen die reichflicßcnden Quellen jener Zeitdurchaus nicht. Das Porträt paßt aber Zug für Zug auf Gracia Mendesia.Der Berichterstatter der Inlormatioui hat auch keine andere im Sinne gehabt,als er ein Beispiel davon geben wollte, wie die Marranen mit ihren Reich-tümern nach der Türkei zu gehen pflegten. Brianda ist ohne Zweifel einSchreibfehler für Mcndezia. So hieß Dona Gracia als Christin; ihr Gattehieß Francisco Mendes, ihr Schwager Diogo Mendes. Es darf nichtauffallen, daß der Berichterstatter angibt, sie habe ihre Tochter mit dem Sohnedes Leibarztes des Sultans vermählt. Auch der damalige französische Gesandtein Venedig war im Irrtum darüber und schrieb, das Gerücht sei verbreitet,die portugiesische Mendes habe ihre Tochter dem Sohne des Arztes Hamon,Leibarztes des Sultans, vermählt oder versprochen (Olmrrisrs, IlsAosmtiouscts 1a, §ranes, II, p. 101). Bis 1566 war Joseph Naßi, ihr Schwiegersohn,noch eine unbekannte Persönlichkeit in Europa; daher war man in Europa überihn und sein Verhältnis zur Dona Gracia schlecht unterrichtet. Die eigen-tümliche Lage der Marranen zwang sie, verschiedene Namen anzunehmcn. Diefranzösischen Gesandten nannten Gracia zur Zeit, als sie »och in Venedig undFerrara war, durchweg Mende oder In iilsucks portugaloiss (bei 6Imr-risrs das. und ebenso ihre Schwester: Iss clsnx sosnrs portug-aloises, nom-mess Llsnäss (das. 119).
Was den Namen ihres Gatten und ihres Schwagers betrifft, so hat sieHercnlano aus einem Originalbriefe des Nuntius vom Januar bis Mürz 1536erhalten, wodurch wir auch Kunde von der Nolle haben, welche diese Familiezur Abwendung der Inquisition in Portugal spielte. Die Schwierigkeiten, welcheder päpstliche Hof Pauls III. bei der endgültigen Bestätigung der Inquisitionmachte, ließ er sich von den Marranen mit schwerem Gelde bezahlen. Duartede Paz verhandelte mit der Kurie darüber in Rom, und die angesehenen Mar-ranen in Portugal hatten geheime Zusammenkünfte darüber mit dem NuntiusMarco della Rovere, Bischof von Sinigaglia, in Portugal. Als sich aberdie Forderungen der Nimmersatten Umgebung des Papstes immer mehr steigerten,die Marranen die hohen Summen nicht mehr erschwingen konnten, und sichüber ihren Proknrator Duarte de Paz beklagten, daß er unerfüllbare Ver-