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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

IV. Das Aufsehen, welches sein messianisches Auftreten in der ganzen

Judenheit gemacht hat, dokumentiert eine Notiz des Elieser Trev es, die seinVater Naphtali Treves (in dessen kabbalistischem Gebetbuche pnp-?vom Jahre 1531, Bogen n. 2) mitteilt: 'i>p' > 1:2 VN 22 'bu na n"rn

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Also im Jahre 1531 berichtete man vom Orient nach Krakau, daß die messia-nische Erlösung bereits begonnen habe, und man tat von Jerusalem bisSalonichi Buße. Es ist gerade die Zeit, in welcher Salomo Molcho messianischePredigten im Orient und Italien gehalten hat. Über Elieser Treves siehe auchBrüll, Jahrb. I., 105.

V. Von den externen Quellen ist chronologisch die erste, das Send-schreiben des Inquisitors von Badajoz Selaya an den König vonPortugal vom 30. Mürz 1528. G. Heine teilte den Inhalt desselben mit (inSchmidts Zeitschrift f. Geschichte, Jahrg. 1848, S. 100). Dieser lautet:Vorzwei oder drei Jahren ist ein Jude aus fremden Ländern nachPortugal gekommen und hat seinen Glaubensgenossen Mut eingesprochcn,sagend, sie sollten sich anschickcn, den Messias zu empfangen, der bald kommenwerde, sie aus allen Ländern zusammenzubringen und ins Land der Verheißungzu führen. Der Mann hat vielen Anhang gefunden, und darum flüchteten alleKetzer nach Portugal, wo sie Aufnahme fanden; es seien schon so viele an derGrenze des Reiches versammelt, daß neulich eine ganze Schar ans der StadtCampo Mayor mit bewaffneter Hand nach Badajoz zu dringen gewagt undallerlei Unfug in der Stadt verübt Hütte." Aus der Zeitangabe in diesemSendschreiben des Inquisitors von Badajoz: zwei oder drei Jahre vor 1528d. h. 1525 oder 1526, ist nicht zu verkennen, daß dieser Mann, der aus derFerne nach Portugal gekommen und bei den Marranen in Spanien messianischeHoffnungen erweckt hat, kein anderer als David Reubeni war. Auch Herculanoteilt den Inhalt dieses Schreibens mit, und daraus erkennt man noch mehrDavids Züge (Da Origem s Lstabelsoimento cka IngnmiySo em DortuZ-al I,p. 211). Die betreffende Stelle lautet: Usiatava (Zslaz'a, Ingnisickor äsDackajo?) eomo clons on trss aiiuov a-utes apxaraeera ein UortNKal umllncksu cko Orients, gns annnnoiava a proxima vincka cko iUessias, alibsrüaäs ckov Draslitas 8 a r88tanraqäo äo reiuo cks InüL. Er war alsoein Jude aus dem Orient, der nach Portugal gekommen war und die Judenverführt hatte. Es ist schade, daß Selayas Originalbrief nicht wörtlich be-kannt ist.

VI. Eine noch interessantere Nachricht liefert das Schreiben des portu-giesischen Gesandten in Rom, Bras Neto, an den König J 0 L 0 III. vom

11. Juni 1531 über die Schwierigkeiten, welche die Einführung der Inquisition

in Portugal gerade am päpstlichen Hofe durch den Kardinal Lorenzo Pucci

und den Papst Clemens VII. "selbst gefunden hat. Hereulano teilt den Inhalt

dieses geheimen Schreibens mit, worin der Gesandte dem König berichtet:Eslebte in Rom ein portugiesischer Jude, genannt Diogo Pires, welcherSekretttr der Räte im Departement der Suppliken gewesen und aus Portugalnach der Türkei ausgewandert war, um die Taufe abzuschwören, die ihm auf-gelegt war. In Rom angekommen, hatte er vom Papste ein Breve er-halten, daß niemand ihn aus diesem Grunde belästigen solle, und da lebteer mit großem Rufe der Heiligkeit unter den Juden, denen er die mosaischen