Druckschrift 
9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
Entstehung
Seite
509
Einzelbild herunterladen
 

unheilvolle Folgen gezeichnet. Dieser war also der eine der beiden Angeber,von denen Joselin im Eingänge spricht.

Den anderen werden wir noch besser erkennen, da Joselin noch mehrTatsächliches über ihn mitteilt. Von dem andern sagt er: irmn v'm.n imm.mr'iw'a wvaa m^'bp mrwb nivri nsa ipm cosia .nbu.n ^ (->nn.n l.)

a>s>Ll navb n:-' niLin.i ci'bbpL L'ii.i'N : a.nb c'iaa

n'.mr 'ba .nawm :a'L'.nb ('a l.) w nblr ix Joselin

gibt auch das Datum für diese Angelegenheit an: pe,b 'b . . . . ,n'a mp,:.-,

. p'v r>^!v an n"a nxw vimv a'MLb

Dieses alles führt darauf, daß unter dem anderen Denunzianten AntonMargaritha zu verstehen ist. Derselbe hat nämlich ein giftiges BuchDerganz jüdisch Glaub" geschrieben, das im April 1530 in Augsburg gedruckt wurde.In diesem Buche, das die Gebetweise und Gebräuche der Juden lächerlich macht,kommt der Verfasser öfter auf drei Anklagepunktc gegen die Juden zurück,das; sie Jesus und die Christenheit schmähten, und daß sic Christen zu ihremGlaube» verführten und die Bcschneidung an ihnen vornähmen. Bei der Ver-dolmetschung des ^lenn-Gcbetes gibt Margaritha an, daß die Inden bei denWorten i p-n banb . . . wpma a.-nv dreimal ansspeien, wider Christum und seineGläubigen (Vl. 1.). Auf Bl. O. heißt es:In Summa all der Inden Hoff-nung und Beten ist dahin gerichtet, daß den Christen Scepter hinweggenommen

und zunichte gemacht werden soll, wie sie denn jetzt an des Türken Krieg einüberflüssige Freud gehabt." Auf Bl. L.:Ob aber die Inden sprechen wollen,sie machten jetztmal ans keinem Christen ein Inden, sage ich in göttlicher Wahr-heit, daß es oft geschieht, wie in diesem Büchlein mehr angczeigt."

Es ist also nicht zweifelhaft, daß Joselin unter dem andern der Angeber,welcher Mitveranlassung zum Hader in Rcgensburg war, Margaritha ge-kennzeichnet hat. Dieser muß aber, noch ehe er die Taufe genommen, An-gebereien in Rcgensburg getrieben haben. Dieses deutet Joselin mit denWorten an: lainb gina . . . mmmr am' sp, d. h. außer der Angeberei

durch Moses Wolf von früher (als Margaritha, wie er angibt, 13 bis 14 Jahrealt war, und während Rorbeks Hauptmannschaft, vor 1512), waren auchsolche kurz vor der Vertreibung vorgekommen. Diese sind gewiß von Mar-garithn ansgegangen, noch ehe er getauft war. Gelegenheit genug war dazuin der Erbitterung der Bürgerschaft gegen die glückliche Konkurrenz der jüdischenGeschäftsleute und bei der fanatischen Wut der Dominikaner in der Stadtgegen die Inden, wovon der ungestüme Domprediger Balthasar Hubmaicr(welcher später Führer im Bauernkrieg war) die Kanzel erdröhnen ließ. Mar-garitha scheint in seiner Schrift selbst zu verraten, daß er sich der Angeberei schuldiggemacht hatte. Er bemerkt (Bl. L2):Wenn ein Jude den andern vvr einerchristlichen Obrigkeit verklagt, auch vor einer christlichen Obrigkeit angezcigt ihreBüberei und Händel und dergleichen, wird er vcm bei ihnen genannt." Vonder Giftigkeit, die er in seinem Buche gegen die Jndenhcit bekundet, muß eineDosis bei seinem verworfenen Charakter in seinem Innern noch vvr seiner Taufegesteckt haben. Man kann sich wohl vorstellen, welch eine Aufregung es inder Gemeinde gemacht haben muß, daß der Rabbinersohn als heimlicher An-geber entlarvt worden war. Der Strafe von seiten der Gemeindevertretungentzog er sich wohl durch die Taufe. Margaritha muß noch vor der Taufeverlobt gewesen sein, also im Mannesalter gestanden haben. Joselin bemerktdarüber: °!rmm ipn irm.n M 2 > miom >:r' mm

.M'in b'vrn . . . . rn a'ch-:: rm, mmin