Druckschrift 
9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
Entstehung
Seite
508
Einzelbild herunterladen
 

508

Geschichte der Juden.

4 .

Zur Geschichte der Vertreibung der Juden aus Uegensbnrg (4519)und Auto» Margaritira.

Zwei Zeitgenossen, ihrem Charakter nach grundverschieden, bemerken über-einstimmend, daß Zwistigkeit und Hader in der sonst friedlichen RegensburgerGemeinde in den letzten Jahren vor ihrer Vertreibung mit Ursache derselbengewesen sei. Diese beiden Zeugen sind der verworfene Täufling AuronMargaritha und der biedere, für das Wohl seiner Glaubensgenossen in derNähe und Ferne unermüdlich und unerschrocken eifrige Joselin lJosselmannvon Roßheim). Der letztere bemerkt in seinem Sammelwerke itpv.i ->22 (.tls.Loäl. 2240 , abgedruckt I-sttsrboäs, ärisinaanäsUjksclt Dijäselrritt, Jahrg. X,1880 81 , p. 137 ): 2-1212 221 12-22 nim ii -8 .1b11.11 ,211-222x1 1211,11 2 x i 8 iDer erstere bemerkt (Der ganz jüdische Glaub,. 1530 , L. 3 ):Das einsolche Uneinigkeit zu Regensspurk unter ihnen (den Juden) entsprungen ist,dardurch sievertrieben worden scindz denn wenn sie eins gewesen wären, wärensie solcher Vertreibung wohl fürgekommen". Die Zwistigkeiten entstanden, wieJoselin angibt, durch zwei Verräter (2-12:2), die er nicht nannte. Aber denNamen des einen nennt Margaritha, und der andere war nach Joselinsvon demselben geschilderten Untaten Margaritha selbst, der Sohn desRabbiners Jakob Margoles von Regcnsburg.

Der von diesem genannte Angeber war Moses aus einer Familie Wolf.Er war reich und zugleich ehrgeizig. Er und seine Familie waren von aus-wärts emigriert und er strebte nach einer angesehenen Stellung in der Gemeinde,die ihm aber, als Fremden, die Eingesessenen nicht einräumen wollten. Ichlasse jetzt Margaritha sprechen:In derselben Zeit ist ein Rorbek Hauptmannzu Regensspurk gewest. Ist der reiche Moses zu dem Hauptmann gegangenund gesagt ....ich will euer Vst. anzeigen, worzu euch die hier altgescssenenJuden verglichen haben, näinlicb zum Ha man . . . . dem cs gehen wird wiedem Haman, den man gehenkt hat" .... wo sie es nicht bekennen, will icheuer Strenge so viel wie 1000 Gulden verfallen sein." Darauf ließ Rorbekdrei Juden, welche diese Äußerung getan, gefänglich einziehen .... Dar-nach hat sich mein Vater, welcher oberster Rabi zum sclbenmal in Regensspurkwar, mit sampt anderen in die Handlung getan, den reichen Moses wollen inden Bann tun .... Darnach hat der Kläger (Moses) ein wenig hinter sichgezogen." Das will soviel sagen, Moses Wolf hatte einen Anhang, mit demes der Rabbiner nicht hat verderben wollen. Dieser brachte indes einen Ver-gleich zustande. Der Hauptmann erhielt 3000 Gulden Sühnegeld für dieBeleidigung und steckte den Haman ein. Er begünstigte selbstverständlich denAngeberund dieser wurde der Oberst zu Regensspurk (in der Gemeinde) undhat alle Ämter nach seinem Willen besetzt. Seine (unterlegenen) Gegnernannten ihn nicht Moses, sondernMoßer" (1212), und verbreiteten Schriften,darin vieles Übles von ihm und seinem Geschlecht zu lesen war." Dadurchentstanden leidenschaftliche und häßliche Reibungen. So weit Margaritha.

Diese Einzelnheiten geben das Verständnis für die Andeutung bei Joselin:81.1 2: bl,21 2t1°> . . 128b (122-11 l.) 122-1 1-xi b-2-12 1-22 8211,2 b,28b 82 (1212.1)21-2 ibxi . . . 11122 1'IIlb -12 2b^t1 12.1 1-181,21 . . . -8U 221 z-bx 181,2 1ix"2 22ib>'2b ib>-2b >12,2.11 1'2-x.i .181.11 811.1. Damit sind Moses Wolfs Angeberei und