Note 2.
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ist, daß sich die gottesgelehrten und frommen Cölner Dominikaner mit ihrerSippschaft in majorsm vei Kloriam ttrkundenfälschung erlaubt haben, ihreFrechheit überhaupt keine Moral anerkannt hat, so ist es doch undenkbar, daßsie gewagt haben sollten, untergeschobene Mandate des Kaisers bei dessenLeben zu veröffentlichen. Zudem bezeugt Reuchlin selbst Maximilians Mandatgegen den Augenspiegel (in einem Schreiben an Wikt vom April 1514, inFriedländer, Beiträge, S. 31): Rsrtio (prastsuäit Uocdstratsu) guoääammanäatum impsratoris. 6srts crsäatis, guoä iiullum manäatumsmanaverit äs libsllo mso, oculari spsculo, supprimsuäo, multo minuscombursuäo, ssä bsus Iratrss illi sxpressa lalsitats st tacita veri-tats sxtorssruut manäatum äs arrsstanäo st wou vsnäsnäo. Derfeine Unterschied, daß der Kaiser den Augenspiegel nicht zu verbrennen befohlen,sondern nur zu verkaufen verboten habe, und daß ihm dieses von den Mönchenabgerungeu worden sei, mag Reuchlin beruhigt haben; wir aber sehen darineine Schwankung. Auch in den ,4cta suäiciorum (p. 121 b) wird auf einMandat des Kaisers hingewiesen, welches den Verkauf des Augenspiegels undder vslsnsio contra caiumniatorss verboten hatte. — Diese Schwenkungenund Schwankungen Maximilians lagen in seinem Charakter, und mit Rechturteilte Reuchlin von ihm: gui rsetus sst, non rsxit. Darum gab erdas eine Mal den intoleranten und gehässigen Zudringlichkeiten Pfefferkorns,seiner Schwester Kunigunde, seines Beichtvaters Georg und überhaupt derDominikanerpartei nach, und das andere Mal ließ er sich von seiner huma-nistischen Umgebung bestimmen. Pfefferkorn rühmte sich, vom Kaiser familiärbehandelt und zur Geduld ermahnt worden zu sein (vslsnsio contra lamosasNr. 3): Novit guogus massstas Rua, guas midi . . . proposusrit, cum«Ko ts segusrsr äs Brüssel Lpiram vsrsus proticisesntsm. 8ic eniinäixisti midi tecnm aä aliguot iniliaria sguitanti: „Olts cts BIsKsrlrorn!xatisntiam babs aä tsmpus cum aävsrsariis tnis st lanäabili üns cuuctatauäsm terminabuntur". Dem gegenüber besitzen wir ein Schreiben diesesKaisers an den Papst (vom 23. Oktober 1514), worin er nicht nur entschiedenfür Reuchlin und seine Schriften Partei nimmt, sondern dessen Gegner, dieCölner Dominikaner, ebenso brandmarkte, wie dieser: Intslisximus praelatosaävsrsarios consiliarii nostri (HisoioZstas prolsssorss Lolouisnsss) 6ap-niousm . . . variis moäis st viis . . . oppugmars st solnrn aä üoc tsnäere,ut litem in ionAum trabant, st bunc viinrin integrum bonnnr . . . st saguae ab ilio rsscripta, saus potius aä iustantiam nostram st inbonnw ünsw st communsm cbristianas rsipublicas ntiiitatsin. . . sinissa. Bxistimamus omnino ssse otkicii nostri, viri tam int-SKri,. . . protsctionsm suscipsrs. Bsatituäinsm vsstram ro§amus, äitzmetnr. . . banc rsm Isrvsntius amplscti st imposito psrpstuo siisntio aäver-sariis iliis RbsoloKis, gui stiain non vsriti sint in coinmissions eornmnnpsr . . . imxstrata . . . nos st alias principss nostros Osrma-niae taxars, causam istam sxtinZ'nsrs st sullocars (in Briefs. Xpistolasiiiustr. virr. II. Ende). Dieses schwankende und widerspruchsvolle Verhaltendes Kaisers bei der so leidenschaftlich aufgeworfenen Frage, ob man den Judenden Talmud nehmen oder lassen sollte, war ein sehr wesentliches Moment inden Phasen des Streites, und hat die Reformation geradezu erst herbeigeführt.Die entgegengesetzte Strömung, von der sich Kaiser und Papst — Leo X. ließsich dieselbe Schwankung zuschulden kommen — hinreißeu ließen, hat denHumanistenkreis erst geschaffen und dann zur Selbsthilfe ermutigt. Hätten
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