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Geschichte der Juden.
,(o. S. 480, No. 6), um die den Juden günstige Stimmung zu paralysieren.In dem Rundschreiben ermahnt Pfefferkorn, von der löblich unternommenen Kon-fiskation nicht abzustehen. Er erzählt darin (bei Bücking II, S. 73): „einemerkliche Zahl von der Jüdischheit nit allein im Reich, funder in allen Landennnd Orten . . . sich dann bei dem höchsten Pan (Bann) der Synagogen . . ,verbunden haben, dem Handel Widerstand zu thun . . . und also bin ich . . .von der Jüdischheit mehrere mal gütlich angeredet und dazu mit ihrem beweg-lichen Gut und Geschenk mich zu bewegen ersucht, m dem Handel still zu stehen. . . wann ich denn mich von Jenen nit hob lassen bekehren . . . haben sie,die Ungetreuen seßhaftig überall verstanden, mich zu verfolgen und an meinemLeibe, Ehre und Glimpf abzuschneiden . . . und dieweil sie aber Solches ineigenen Personen nicht leichtlich vollziehen mögen, haben sie etliche Christen mitGeld und Geschenk zugemacht den Juden beiständig, räthlich und behülflich zusein." Er führt dann fort, es wäre ein großer Skandal, „wenn die Bücherihnen wieder zugelassen" würden . . . Darum werden alle Christgläubige indiesem Brief ermahnt. Deutlich genug ist aus diesem Schreiben zu sehen, daßselbst Christen bestrebt waren, die Konfiskation rückgängig zu machen. Und esist ihnen gelungen; denn das dritte Mandat vom 23. Mai 1S10 befiehlt, denJuden die Schriften wieder einzuhändigeu.
Es ist aber auch dabei nicht geblieben. Maximilian hat zum dritten Maleseine Meinung geändert und das vierte Mandat erlassen, eben das vom6. Juli aus Füssen ausgestellte (im Augenspiegel), das jüdische Schrifttum vonden vier Universitäten und den drei Personen (Reuchlin, Hochstraten, Viktorv. Karben) prüfen und ein Gutachten über die Verwerflichkeit oder Unschädlich-keit desselben ausstellen zu lassen. Pf. wurde zum Übermittler der eingegangenenGutachten ernannt. Dieses Mandat, aus dem Augenspiegel bekannt geworden,wird in den Monographien als das zweite behandelt, während, wie wir gesehenhaben, es das vierte war: 1. von Padua 19. August 1509, 2. von Roveredo10. Nov. 1509, 3. vom 23. Mai 1510 und endlich 4. von Füssen 6. Juli 1510.Was hat wiederum die Gesinnuugsänderung des Kaisers hervorgerufen? EinInzidenzfall, die lügenhafte Anschuldigung der Juden Branden-burgs, eine Hostie geschändet zu haben — wodurch 38 in Berlin verbrannt wordenwaren. Dieses Autodafe in Berlin fand zwar erst Freitag nach Apostel —19. Juli 1510 statt, und das vierte Mandat ist früher erlassen; aber der Prozeßmachte schon vorher Rumor. Damit wurde ans den Kaiser eine Pression geübt,sein für die Juden oder das jüdische Schrifttum günstiges Dekret zu modifizieren.Den Zusammenhang dieser zwei scheinbar einander fremden Fakta gibt Pf.(in Osksiwio contra, tamosas bei Böcking II, 91): 8ed postguam äominusNoKnntinns (II r ist) st alii Iionssti Oüristiani andivsrs: coutnmsliamlactanr ssss in Lsriino, et gnod dudasia libri sunt reatitnti, tmteain ob rem lisvsrsntia ssu8 maxims psrtnrdata. Lutabat snim, satinses8ö tals nsKvtinm non incsMss guam mals terwinaWS . . . Lnr8U8igfitnr ms mii-it ad impsratorm curiam ad soiiicitandnm, nt Oas8. lllas.latinn circa üiud nsKotinm cnram Iraders diZmarstur. Ht aic inKSntilaöors nnam commi88ionsm uactua 8nm, ds verdo ad vsrdo 8ic 80 -nautsin. Pf. teilt hierauf den Inhalt des (vierten) Mandats mit; es lautetganz so wie bei Reuchlin im Augenspiegel. Nun kennen wir die Windrichtung;es wehte von Cöln aus — denn daß Üriel von Mainz ebenso gesinnt war, istmehr als zweifelhaft (vergl. S. 485) — wahrscheinlich auch von München aus,aus dem Kloster der Clarissinneu. Das Mandat ist in Füssen in Bayern aus-