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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Note 2.

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8ellnetor popuki. In dem Katalog der jüdischen Schriften, die er (in Lobund Eer dem Kaiser) fürs Feuer empfiehlt,die bösen, falschen und unnutzenSchriften, die man von der Jüdischheit abtnn und aufhcben will, und auchihre Rabi, die solche geschrieben und gemacht haben", fuhrt er auf: kudoLlsntsso, Lado Oa-wino, Kuba Lasrwo und als besonderes Buch: ^rdo0vo8 s^llin. Er wußte also nicht, daß das letztere identisch ist mitLada Lama. Er würfelte Tanaiten, Amoräer und Rabbinen untereinander:kabln Isvblokz'Zeb, k. Llamlisl, L. Osrson, Kall kopo. Auchnicht ein Anfänger in ll'almnclieis könnte einen solchen Wirrwarr aufstellen.Schon der Name kabln Isebtoüz^eb zeugt von Ignoranz. Es soll Simonben Lakisch sein, abbreviert w'pb v-i; die Talmudistcn sprachen den Namen ksseb-kokisvb oder kaüiseb aus; aber Labbi Isobloü^ob auszusprechen, verrät Un-wissenheit.

Uber Pfefferkorns Charakter gibt ein Aktenstück unter den handschrift-lichen vollen Aufschluß, daß er ein Metzger gewesen, einen Diebstahl mitEinbruch begangen habe und dafür Gefängnisstrafe verbüßen mußte. Graf vonGutenstein bezeugt:Nachdem Joseph Jnd Metzger, Pfefferkorn genannt,so sich in neulicher Zeit zu Cöln taufen lassen hat, einen Untertan eingebrochenund an einem Diebstahl betreten worden, darauf er dann in einem Gefängniskommen ist" (Aktenstücke, Monatsschrift a. a. O., S. 295). Die Verlogenheitdieses elenden Wichtes geht auch ans seinen Schriften hervor. Soll man ihmGlauben schenken, wenn er Tatsachen berichtet, deren Falschheit von keinemGeringer» als Reuchlin dementiert werden? Soll man ihm Glauben schenken,wenn er in seinemStreitpüchlein" ein Attest vom Bürgermeister und Rathder Stadt Dachau (Tachan) mitteilt,daß er keinerlei Diepstal überwundenworden"? Er und seine Hintermänner haben sogar falsche Urkunden und Send-schreiben fabriziert.

Gehen wir jetzt auf den Verlauf der Händel ein. Anfangs 1509 hatPfefferkorn zu gleicher Zeit zwei geharnischte Schmähschriften gegen die Judenvon Stapel gelassen, das Osternbuch und den Judenfeind. In demletzten: hat er sic als Ausbund aller Schlechtigkeit geschildert und den Talmudals hochgefährlich für das Christentum angefchwärzt, der abgetan werdenmüsse. Im August desselben Jahres hatte er bereits ein Mandat vom Kaiserin Händen, welches ihm Gewalt über dasselbe Schrifttum einräumte. Durchdie Einmischung des Kaisers ist erst der Hauch zu einem Sturm geworden.Was hat auf ihn, den sonst Besonnenen, bestimmend eingewirkt, sich zumHelfershelfer eines Erzschelms zu machen? Eine Andeutung in Reuchlins hebr.Briefe (vergl. weiter unten) gibt den Schlüssel dazu. Die Schwester desKaisers, die verwitwete Herzogin von Bayern, Kunigunde, war zugleichHebel in den Händen der Dominikaner und Stachel für ihren kaiserlichenBruder! Diese herzogliche Abtissin hat von ihrer Zelle aus das erste Räder-werk des Reformationsjahrhunderts in Bewegung gesetzt. Es ist ausfallend,daß keine der Monographien über den Neuchlinschen Streit des Anteils dieserFrau an der Erzeugung desselben gedacht hat, während Pfefferkorn ihn dochwiederholentlich so ziemlich in den Vordergrund gerückt hat. InLob undEer Maximilian" (Bl. B. la):Dieweil aber solche abgesetzte Artikel (vonder Verderblichkeit der jüdischen Schriften) vormals durch Pfefferkorn auchgesetzt sein, die von etlichen andächtigen und gelernten Christen zu Herzen gefaßt,die den obcngedachten Pf. an die Durchlauchtigste . . . Fürstin N., gebornenErzherzogin zu Österreich, des Fürsten Al brecht. . . in Bayern . . .

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