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Geschichte der Juden.
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^über diesen Vorfall und die Entrüstung, welche Jakob Polaks — seinerSchwiegermutter zu Liebe — angeratene und ausgeführte Eheauflösuug ver-ursachte, vergl. Lesxx. Juda Menz Nr. 13 und Salomo Lurja, Kommentarzu lebamot ( 1282 - 8 e> a>) XIII, Nr. 17, wo es ebenfalls heißt, daß I. Polakdeswegen in den Bann getan wurde. Me'tr Pfefferkorn scheint gleich-zeitig mit Jakob Polak Rabbinatsbeisitzer in Prag gewesen zu sein, aber derhöchste und hochgeehrteste Rabbi seiner Zeit war er durchaus nicht. SeinName kommt in der zeitgenössischen und spätern rabbinischen Literatur nichtvor. — Der Familienname Pfefferkorn war nicht selten unter den Juden.Ein reicher Mann dieses Namens i'i^e- pipiops 'i hat sich 1344 eineBibel kopieren lassen (Katalog der Wiener hebr. Hs. S. 8 ). In Nürnberg gabes 1486 einen vermögenden Pfefferkorn <bei K. Hegel, Chroniken derfränkischen Städte I, S. 122). Unter den Epitaphien des Prager jüdischenFriedhofes kommt ein 1585 verstorbener Jona den Merr Pfefferkorn vor, deraus einer edlen Familie abstammte: ioi ,'2 iisv 2 » inpu-ss i'n 2 n'iw p iw(Lieben, dal-Lä. hebr. Teil p. 70). Wenn dieser Jona b. Merr von demoben genannten Rabbinen Mekr Pfefferkorn abstammte, so könnte man wohlannehmen, daß dieser Zweig seinen Sitz in Prag hatte. Der KonvertitJoh. Pfefferkorn scheint in Prag heimisch gewesen zu sein (im Handspiegel).Es würde wenig dagegen verschlagen, wenn die Dunkelmännerbriefe ihnursprünglich nach Mähren versetzen (I, Nr. 36): Vsütsr Iobanns 8 Ukslksr-üoru . . . guanäo luit aäkuc in Lloravis. psroussib nimm mulieremin taeisw, oben S. 65. Mähren und Böhmen bildeten damals fast nurein Land.
Über Pfefferkorns elementare Unwissenheit herrscht nur eine Stimmeunter seinen Zeitgenossen. Nicht bloß die Spötter der Dunkelmännerbriefesagten es ihm, daß er nicht einen Buchstaben Lateinisch verstanden, sondernauch der ernste und wahrhafte Reuchlin (Augenspiegel Bl. 49 b, und Brief-sammlung II. Bl. V. 3 b). Aber auch im Hebräischen war er unwissend, obwohler sich den Schein gab, als wäre er darin so wie im Rabbinischen grundgelehrt.Das, was Reuchlin von ihm urteilt (Augenspiegel), Sechste UnwahrheitPfefferkorns: „Der getaufte Jud' hat in seiner Kindheit nach Gewohnheit dieiBücher Mosi gelernt und vielleicht ettlich Ieetions 8 . . . genannt Ilapbtoras. . . Sunst kann er nichts Gründliches: denn ick) Han viel hebr. Bücher, die erweder lesen, noch verstehen kann ... — und das ist die Wahrheit". — Undan einer andern Stelle: „Wiewohl das wahr ist, daß er mir selber in meinerLiberay, als ich ihm ein talmudisch Buch, genannt Laiäoebai, fürgelegt,bekanntlich (geständig) ist gewesen, daß er allein in der Bibel gelernt Hab' undverstand deren Bücher kains." Dieses Urteil Reuchlins über ihn ist ganz derWahrheit gemäß. Pfefferkorn verrät in seinen Anklagen gegen das rabbinischeSchrifttum und gegen die Juden eine greuliche Unwissenheit. So z. B. wenner wiederholentlich in seinen Schmähschriften den Juden zum Vorwurf machte,sie nennten Jesus ' 121 : uw, und das soll nach seiner Übersetzung bedeuten:
*) Diese zwei durchschossenen Wörter sind unleserlich in der Handschrift,.und ich weiß nicht, ob ich das Richtige getroffen habe.