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Geschichte der Juden.
nachgelassenen Witwe. .. empfohlen, dabei wohl zu merken, als ihr GemahlAlbrecht . . . Todes halber abgegangen ist, sie in die dritte Regel 8auetnoId-anoiWin eingetretcn ist. Und als derselbe Pf. der . . . Fürstin solche Sachund Handel der Juden hat fürtragen lassen, hatte sie die angenommen und zuHerzen gefaßt und ihn mit ihren eigenen Handschriften an ihren . . .Bruder, die röm. k. Majestät . . . gefertigt, welchen Brief dieselbe k. Majestätgnädiglich empfangen hat, für das förderlichst solchen Irrtum der Juden zuunterdrücken . . . Und darauf Pf. mit etlichen Mandaten ... an alle Fürstenund Städte des Reiches abgefertigt wurde."
Das erste Mandat des Kaisers Maximilian an die Fürsten in betreff desjüdischen Schrifttums ist nicht bekannt geworden, nur das an die Juden, sichihre hochverehrten Schriften ohne Widersetzlichkeit von Pf. nehmen zu lassen,ist erhalten. Es ist ausgestellt im Heer, Badua d. 19. August 1509 (das.und in den Aktenstücken, Monatsschrift, Jahrg. 1875, S. 295 fg.). Es redetganz die Sprache Pfefferkorns und der Dominikaner. Der Hauptinhalt dieserUrkunde ist: „haben unsere Diener und des reiches getreuen Johann Pfeffer-korn von Collen.erstlich befehl und gewalt gegeben, Alle eure bücher
und schristen überall zu vifentieren, tzu erfahren und tzu besehen, und wasdarunder befunden, die weder die Bücher und Gesetz Moysi, auch die Prophetenwaren, und wie ob ungegrundet, unfern cristglaubeu tzu schwach und übelreichten, dieselben alle, doch an jeden ort mit wyssen cynes raths und ingegenwärtigkeit des Pastors. Auch zweyer von rath oder der obrigkeit, voneuch tzu nennen, die abweg tzu thun und tzu unterdrücken .... Euch allen
mit ernst gebietende .... wann und an welchen enden der obengenannte Pf.tzu euch kommen.yr ym und den gedachten Pastor oder Pfarrer und
geordneten Rüthen alle eure bücher und schristen eures glaubens furbrenget,die genugsamlichen sehen und ernennen und die ungegrundeten, erdichten und
kosten nennen und abthun lassen.bei vermeyduug unserer schweren
straff und unguad au ewern leib und gutern". — Der Kaiser erließ auch, wiedaselbst angegeben, einen Befehl an die Geistlichen, Pf. bei der Revision derBücher beizustehen.
Pf. erzählt weiter (immer in der dritten Person) von sich, wie Cäsar: „Msnun Pf. . . . mit der k. Mas, Mandat abgefertigt worden, ist er bei der . . .Fürstyu . . . . k. M. Schwester wieder erschienen, Jhro Gnaden solcheder k. M. Mandate angezeigt und Jhro Gnaden die sehen lassen, darin siesonderliche Freud empfangen hat, denselben Pfefferkorn weiter an gehörigeEnde und Stätten, in den Mandaten begriffen, gefördert". — Er erzähltweiter, wie er nach Frankfurt am Main gekommen, „daselbst viel Judenwohnen, und ist auch da eine von ihren höchsten Schulen," vom Rath unter-stützt, eine große Menge jüdischer Schriften aus den Synagogen genommenund beim Rath niedcrgelegt. — Also auch bei der Konfiskation des Talmudshat die herzogliche Äbtissin Kunigunde kräftig mitgewirkt. Wir begegnen ihrnoch öfter im Verlauf der Begebenheiten. Wie Hochstraten und Pfefferkornmüßte Kunigunde in den Vordergrund dieser kleinlichen und doch aus einemtiefen Hintergründe hervorbrechenden Händel gestellt werden. — Kehren wirzur Aufeinanderfolge der Fakta zurück. Pfefferkorn erzählt uns weiter undhier wohl wahrheitsgemäß: „Und gleicherweise wie in Frankfurt hat Pfeffer-korn auch in Worms gehandelt und den Juden solche Bücher, die sie vielverstohlen und verborgen hatten, genommen und beim Rath niedergelegt" . . -Die Konfiskation in Frankfurt fand am Vorabend des jüdischen Hüttenfestes,