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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

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daher im nähern Verkehr mit ihnen imnter mehr. Tenn die ein-gewanderten portugiesischen Juden verrieten durch ihre gebildeteSprache, ihre Haltung und Manieren nicht, daß sie zu einer ver-worfenen Kaste gehörten; sie traten vielmehr durchweg als Edelleuteauf, mit denen zu verkehren es manchem christlichen Bürger zurEhre gereichte. Sie wurden daher mit einer gewissen Vorliebebehandelt. Bald wuchs ihre Zahl zu vierhundert Familien an, undsie besaßen in der Stadt dreihundert Häuser?) Es dauerte nichtlange, so entstand eine hebräische Druckerei in Amsterdam, welchedie Argusaugen der Zensur nicht zu fürchten brauchte. Aus Neidüber den durch die portugiesischen Juden Amsterdam zugefallenenWohlstand rissen sich manche christliche Fürsten um sie und luden siein ihre Länder ein. Ter König Christian IV. von Dänemark richteteein Schreiben an den jüdischen Vorstand von Amsterdam (25. No-vember 1622), daß er einige Mitglieder ermuntern möge, sich inseinen Staaten und besonders in Glückstadt niederzulassen; erverhieß ihnen Freiheit des Gottesdienstes und noch andere günstigePrivilegien?) Der Herzog von Savoyen lud portugiesische Judennach Nizza und der Herzog von Modena nach Reggio ein,und beide räumten ihnen weitgehende Freiheiten ein?) So bildetensich inmitten der finstern verfolgungssüchtigen Christenheit, derenzwei Religionsparteien im dreißigjährigen Kriege Schwerter gegen-einander zückten, kleine freundliche Oasen für die Juden, von woaus sie die eingebüßte Freiheit wieder erobern und sich allmählichaus der schweren Knechtschaft erheben konnten.

Die geduldete Niederlassung der portugiesischen und spanischenMarranen ermutigte die gehetzten Opfer der Inquisition, auch inFrankreich unter dem protestantisch gesinnten König Heinrich IV. sichanzusiedeln. Sie hatten die damals schon blühende HandelsstadtNantes in Aussicht genommen. In Berücksichtigung des Wohl-standes, welchen die Flüchtlinge aus der iberischen Halbinsel überallförderten, und aus Feindschaft gegen Spanien gestattete ihnen dieserKönig die Ansiedlung in dieser Stadt (um 1600). Bald wuchs ihreZahl auf mehr als fünfhundert Personen. Nur mußten sie, wieihre Schicksalsgenossen in Bordeaux ihr Bekenntnis verheimlichen.Hier hatten sie aber Feinde nicht bloß an den katholischen Geistlichen,sondern auch an der auf ihren Welthandel neidischen Kaufmannschaft.Sobald Heinrich IV. die Augen geschlossen hatte, wies sein Sohn odervielmehr die Königin-Regentin die Marranen aus Nantes (1615)^).

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") Ders. Xäress: vaviä lkraueo iilenäes bei Iloenen p. 130; äs Larrios,Historik Universal luäaz-ca x. 4. ^ Das. 4) 8.xvne ä. Xt. XVII, 125 f.