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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Tie Marraneu in Amsterdam.

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boten und geschlossen?) Jüdische Flüchtlinge aus der pyrenäischenHalbinsel, die in Havre angekommen waren, wurden noch ins Ge-fängnis geworfen?) Zu dieser Unduldsamkeit in dem Lande, wodie Religionsfreiheit zuerst ihren Tempel erbauen sollte, trug derleidenschaftliche Streit zwischen zwei reformatorischen Parteien bei,den R e m o n st r a n t e n und K o n t r a r e m o n st r a n t e n. Dieerstern, die Anhänger des Predigers und Professors Arminius(die Arminianer), waren milder in der Auslegung und Anwendungdes Christentums als ihre Gegner, die finstern Calvinisten, hollän-dische Independenten, die Parteigänger des Professors Gomarus(Gomaristen). In Amsterdam hatten die Kontraremonstranten dasÜbergewicht und verfolgten ihre Gegner, die als heimliche AnhängerSpaniens und als Verräter galten. Obwohl die RemonstrantenGrund hatten, für allgemeine Duldung aller Glaubenssekten zuwirken, traten gerade sie als Ankläger gegen die Juden aus. Siebeschwerten sich öfter beim Magistrate von Amsterdam, daß alleSekten in der holländischen Hauptstadt zugelassen würden, sogar dieJuden, welcheden Heiland schmähen", nur sie selbst nicht?) DasStaatsoberhaupt, der Prinz Moritz von Orauien, war zwarden Juden günstig, aber er vermochte nichts gegen den Geist derUnduldsamkeit und die Selbständigkeit der einzelnen Staaten undStädte. Auch in Holland wurde demzufolge eine Judenfrage ver-handelt und eine Kommission zur Beratung ernannt. Endlichwurde beschlossen (1615), daß jede Stadt, so wie Amsterdam, einebesondere Verordnung in betreff der Juden erlassen könne, sic zudulden oder auszuweisen; aber da, wo sie geduldet wurden, solltensie nicht gehalten sein, ein Abzeichen zu tragen?) Auf wiederholteBeschwerden der Remonstranten legte der Bürgermeister ReiuierPauw dem Rate die Erwägung vor (15. Oktober 1519), wasdagegen geschehen sollte, daß die vielen aus Portugal geflüchtetenJuden sich sogar mit den Töchtern des Landes vermischten, welchesein großes Ärgernis gäbe, und besonders den Remonstranten Gegen-stand der Beschwerden wäre, denen der Gottesdienst verboten würde,während er den Juden gestattet sei. Darauf wurde der Beschlußgefaßt (8. November), daß fleischlicher Umgang der Juden mit christ-lichen Frauen, selbst mit Dirnen, streng untersagt werden solle, in:übrigen bliebe es ihnen gestattet, sich frei zu ihrer Religion zu bekennen?)

Indessen, das damals noch nicht reiche Amsterdam konnte dieJuden, welche Reichtümer und Weltkenntnis dahin verpflanzt hatten^nicht mehr entbehren. Tie veralteten Vorurteile gegen sie schwanden

? Loenen, x. 146. Bergt. S. H. <ls Lastro a. a. O. p. 6fg.

'h Das. x. 147, Note I.

st Das. i>. 146. st Das. p. 147.

st Das. x. >46.